Kavala-Stellungnahme zu „Türkeş“: „Er hat die Leiden seines Vaters aus nächster Nähe gespürt“

Der inhaftierte Gezi-Häftling Osman Kavala hat auf den Wunsch des AKP-Abgeordneten für Ankara, Tuğrul Türkeş, ihn zu besuchen, sowie auf dessen Äußerung „Ich bin das Kind eines Vaters, der 7 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat“, reagiert. Kavala erklärte: „Ich fand es befremdlich, dass dies als Versuch gewertet wurde, mich mit dem verstorbenen Alparslan Türkeş auf eine Stufe zu stellen.“

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Der inhaftierte Angeklagte im Gezi-Prozess, Osman Kavala, hat eine Bewertung zu den Reaktionen abgegeben, die auf den Wunsch des AKP-Abgeordneten für Ankara und Vorsitzenden der türkischen Delegation bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Tuğrul Türkeş, ihn zu besuchen, sowie auf dessen Äußerungen folgten.

Osman Kavala bewertete in einer schriftlichen Erklärung die Ankündigung von Tuğrul Türkeş, ihn besuchen zu wollen, sowie die Kritik, die gegen Türkeş gerichtet wurde.

„MIT ALPARSLAN TÜRKEŞ AUF EINE STUFE ZU STELLEN...“

Die Nachricht von Kavala lautet wie folgt:

„Ich fand es befremdlich, dass die Worte von Herrn Tuğrul Türkeş in seiner Erklärung, er wolle mich im Gefängnis besuchen – nämlich ‚Ich bin das Kind eines Vaters, der 7 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat‘ –, als Versuch gewertet wurden, mich mit dem verstorbenen Alparslan Türkeş auf eine Stufe zu stellen.

Offensichtlich wollte Herr Türkeş mit diesen Worten über seine innere Welt zum Ausdruck bringen, dass das nahe Miterleben der Leiden seines Vaters, einschließlich der Folter, die er erlitten hat, und diese schwere Erfahrung ihn für das Leid anderer sensibel gemacht haben.

Die Beiträge, die Menschen zum gesellschaftlichen Leben leisten, sind nicht von gleichem Wert; manche befinden sich in wichtigeren Positionen als andere. Doch um in einem Land, in dem die Rechtsstaatlichkeit herrscht, zivilisiert leben zu können, muss anerkannt werden, dass das Leben und die Rechte jedes Einzelnen gleichermaßen wertvoll sind.

Wenn das Leben von Menschen, die als ‚Andere‘ betrachtet werden oder nicht als wichtig gelten, als wertlos angesehen wird, bleibt man gegenüber den Ungerechtigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, gleichgültig. Es wird ein Umfeld geschaffen, das Gewalt fördert, und willkürliche Bestrafungen werden legitimiert.“

WAS WAR GESCHEHEN?

Türkeş hatte erklärt, dass er Kavala im Gefängnis besuchen wolle, und seine Partei scharf kritisiert. Die Vergleiche von Türkeş mit seinem Vater Alparslan Türkeş hatten zudem im Lager der MHP für Reaktionen gesorgt.