Kemal Okuyans Reaktion auf die regierungsnahen Medien zum 6. Februar: „Was werden sie nicht vergessen?“

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP), Kemal Okuyan, äußerte sich zum zweiten Jahrestag der Erdbeben vom 6. Februar kritisch über die Berichterstattung der regierungsnahen Medien. Okuyan sagte: „Auch die regierungsnahen Medien titeln zum Erdbeben vom 6. Februar mit ‚Wir werden nicht vergessen‘. Ich frage mich wirklich, was sie nicht vergessen werden?“

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Vor genau 730 Tagen wurde die Türkei durch die Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş erneut an die Realität der Erdbebengefahr erinnert. Offiziellen Zahlen zufolge kamen bei den Beben mehr als 53.000 Menschen ums Leben. Während viele Bürger noch immer in Containern leben, wurden am zweiten Jahrestag der Katastrophe einige Erdbebenopfer, die ihrer Verluste gedenken wollten, in Gewahrsam genommen. 

Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Türkei (TKP), Kemal Okuyan, kritisierte die regierungsnahen Medien für ihre verzerrte und lückenhafte Berichterstattung über das Erdbeben. Okuyan sagte: „Auch die regierungsnahen Medien titeln zum Erdbeben vom 6. Februar mit ‚Wir werden nicht vergessen‘. Ich frage mich wirklich, was sie nicht vergessen werden?“ 

In einer Stellungnahme über seinen Social-Media-Account äußerte sich Okuyan wie folgt: 

„ICH FRAGE MICH WIRKLICH, WAS SIE NICHT VERGESSEN WERDEN?“

„Auch die regierungsnahen Medien titeln zum Erdbeben vom 6. Februar mit ‚Wir werden nicht vergessen‘. Sie sollen nicht vergessen, aber was werden sie sich wohl erinnern?

An die Kette von Versäumnissen, die das Ergebnis einer gewinnorientierten Mentalität des Holding- und Sekten-Systems ist, das im Konflikt mit Gesellschaft, Wissenschaft und Mensch steht? 

An die Verantwortungslosigkeit, riesige Städte auf landwirtschaftlich nutzbaren, aber für Wohnzwecke ungeeigneten Böden zu errichten?

An die Erbarmungslosigkeit des Ausbeutungssystems, das unsere Bürger dazu zwingt, in Wohnungen zu leben, die ihr Leben gefährden?

An die öffentliche Ordnung, in der Planung, Kontrolle und Rechenschaftspflicht zum Gespött gemacht werden?

An die Zerstörung öffentlicher Gebäude, Krankenhäuser und Schulen, deren Widerstandsfähigkeit eigentlich unter ‚staatlicher Garantie‘ stehen sollte?

An die Unfähigkeit und Hilflosigkeit, die unmittelbar nach dem Erdbeben zutage trat und Millionen unserer Menschen betraf?

An die Lage der Hunderttausenden, die auch zwei Jahre später noch gezwungen sind, in Containern zu leben?

Ich frage mich wirklich, was sie nicht vergessen werden?

Wir haben nicht vergessen…

Noch einmal unser Beileid, Türkei…“