Kılıçdaroğlu reagiert auf Strafanzeige des Kassationsgerichtshofs gegen Verfassungsrichter

Ein Novum in der Geschichte der Türkei: Der Kassationsgerichtshof (Yargıtay) hat sich geweigert, ein Urteil des Verfassungsgerichts (AYM) zu akzeptieren, und Strafanzeige gegen die Mitglieder des Verfassungsgerichts erstattet, die eine 'Verletzung der Rechte' im Fall Can Atalay festgestellt hatten. Nach dieser Entwicklung äußerte sich Kemal Kılıçdaroğlu mit einer deutlichen Stellungnahme.

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Der Kassationsgerichtshof hat Strafanzeige gegen die Mitglieder des Verfassungsgerichts wegen dessen Entscheidung zur Verletzung der Rechte im Fall Can Atalay erstattet. Diese Entscheidung stellt ein Novum in der Geschichte der Republik Türkei dar.

Die Entscheidung des Verfassungsgerichts (AYM), den bei den Parlamentswahlen am 14. Mai als Abgeordneter der TİP für Hatay gewählten Can Atalay freizulassen, wurde vom Kassationsgerichtshof nicht anerkannt. Die 3. Strafkammer des Kassationsgerichtshofs erklärte, dass das Verfassungsgericht die Verfassung verletzt und seine Befugnisse überschritten habe, und erstattete zudem Strafanzeige gegen die Mitglieder des Verfassungsgerichts, die für die Feststellung der Rechtsverletzung im Fall Atalay gestimmt hatten.

REAKTION VON KEMAL KILIÇDAROĞLU

Kemal Kılıçdaroğlu äußerte sich zu dieser Entwicklung auf seinem Social-Media-Account und brachte seinen Unmut mit den Worten zum Ausdruck: "In unserem Land ist es nicht nur der Palast, der die Verfassung verletzt".

Kılıçdaroğlu, der das Amt des Parteivorsitzenden offiziell an Özgür Özel übergeben hat, schrieb Folgendes:

In unserem Land verletzt nicht nur der Palast die Verfassung, mittlerweile erkennen auch die Richter des Palastes die Verfassung nicht mehr an. Eine solche Entscheidung können nur diejenigen treffen, die sich nicht an das Gesetz halten, nicht an die Rechtsstaatlichkeit glauben und kein Gewissen haben. 

Sie sind nicht einmal als Richter-Attrappen zu bezeichnen. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Mitglieder des Verfassungsgerichts, die die Berufsehre wahren, die Rechtsstaatlichkeit verteidigen und auf ihr Gewissen hören, verhaftet würden!

Außerdem… sollten die Mitglieder des Kassationsgerichtshofs erst einmal die Schande abwaschen, eine Person, unter deren Unterschrift keine einzige Entscheidung steht, zum Mitglied des Verfassungsgerichts gemacht zu haben.