Kleidungsdebatte bei Abschlussfeier: Gouverneursamt leitet Untersuchung ein
Nachdem einigen Schülerinnen in Kocaeli der Zutritt zur Abschlussfeier mit der Begründung verweigert wurde, sie trügen „unangemessene Kleidung“, hat das Gouverneursamt von Kocaeli zwei Inspektoren mit einer Untersuchung beauftragt.
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An der Alaettin-Kurt-Anadolu-Lisesi in Gebze, Kocaeli, wurde behauptet, dass Schülerinnen von der Schulleitung aufgrund ihrer „zu freizügigen Kleidung“ nicht zur Abschlussfeier zugelassen wurden.
In einer Erklärung des Gouverneursamts von Kocaeli hieß es: „Bezüglich der Vorwürfe und Berichte, die in einigen sozialen Medien und in der Presse über einen Vorfall bei einer Abschlussfeier an einer Schule in unserem Bezirk Gebze kursieren, hat unser Gouverneursamt zwei Schulinspektoren beauftragt, die notwendigen Untersuchungen durchzuführen. Das Thema wird in allen Aspekten geprüft.“
„Solche Praktiken, die an den Prozess vom 28. Februar erinnern, dienen nicht dem gesellschaftlichen Frieden“
EIN VORFALL, DER NICHT ZUR LAIKISTISCHEN REPUBLIK TÜRKEI PASST
In einer Stellungnahme der Kocaeli-Niederlassung der Gewerkschaft Eğitim-İş wurde Folgendes erklärt:
„Dass unsere Schülerinnen heute bei der Abschlussfeier der Alaettin-Kurt-Anadolu-Lisesi in Gebze unter dem Vorwand ihrer Kleidung nicht zur Feier zugelassen wurden, wurde von Eltern in den sozialen Medien geteilt. Unsere gewerkschaftlichen Recherchen haben ergeben, dass die Schulleitung unter dem Vorwand der Teilnahme von Protokollgästen bereits Tage zuvor die Kleidung insbesondere der Schülerinnen sehen wollte und mitteilte, dass nur Schülerinnen, deren Kleidung genehmigt wurde, am Programm teilnehmen dürften. Bei der heutigen Veranstaltung wurden die Schülerinnen, deren Kleidung von der Schulleitung als nicht angemessen erachtet wurde, nicht eingelassen und mussten vor dem Schultor warten. Diese Praxis ist eines laizistischen Staates wie der Republik Türkei, die ihr 100-jähriges Bestehen feiert, unwürdig. Solche Praktiken, die an den Prozess vom 28. Februar erinnern oder diesen sogar noch übertreffen, dienen nicht dem gesellschaftlichen Frieden des Landes und fügen den seit Jahren geführten, sinnlosen Diskussionen und Praktiken über die Kleidung von Frauen eine weitere hinzu. Wir fordern, dass unverzüglich die notwendigen Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet werden.“