Kokain-Debatte im Parlament: Wem gehört das Schiff mit 10 Tonnen Kokain?

Das Schiff einer türkischen Firma, das mit 10 Tonnen Kokain aufgebracht wurde, und das Drogenproblem im Land haben in der Großen Nationalversammlung der Türkei zu heftigen Debatten geführt. Vertreter der Opposition wiesen darauf hin, dass die Ursache des Problems in dunklen Beziehungen und im Verborgenen agierenden Drahtziehern liegen könnte.

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In der Generalversammlung der TBMM wurde ein Antrag auf Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Drogenabhängigkeit mit den Stimmen der AKP- und MHP-Abgeordneten abgelehnt. Die Debatte entflammte erneut, nachdem bekannt wurde, dass ein Schiff einer türkischen Firma vor den Kanarischen Inseln mit 10 Tonnen Kokain aufgebracht worden war.

Der Abgeordnete der İYİ-Partei für Bursa, Yüksel Selçuk Türkoğlu, betonte in seiner Rede vor der Generalversammlung, dass die Drogenkrise, mit der das Land konfrontiert ist, nicht allein durch Operationen gegen Prominente gelöst werden könne. Türkoğlu lenkte die Aufmerksamkeit auf große kriminelle Netzwerke und fragte: „Sind Oktay Kaynarca, Aleyna Tilki, Mehmet Akif Ersoy oder Rümeysa Cebeci für diese Plage verantwortlich? Vergiften sie die Kinder dieses Landes? Das Drogenproblem lässt sich nicht durch die Verhaftung von Konsumenten an der Wurzel ausrotten.“

FRAGE ZU 10 TONNEN KOKAIN

Türkoğlu ging auch auf Details zum Schiff ein und wies auf die Menge des transportierten Kokains sowie darauf hin, dass das betreffende Schiff mit einem in der Türkei ansässigen Unternehmen verbunden sei. Mit der Aussage: „Jeden Tag sind Künstler auf den Bildschirmen zu sehen, aber keine Drogenbarone. Das Schiff, das 10 Tonnen Kokain transportierte, gehört einer türkischen Firma. Wem gehört dieses Schiff? Welche Bosse stecken dahinter und welche Politiker stehen mit ihnen in Verbindung? Wir haben die kleinen Fische gesehen, wo sind die großen Fische? Bringen Sie mir einen Drogenbaron“, forderte er, dass die wahren Verantwortlichen im Drogenhandel aufgedeckt werden müssen.

Der CHP-Abgeordnete für Istanbul, Ali Gökçe, wies auf die Finanzströme im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in der Türkei hin. Gökçe verwies auf die Größe des illegalen Wettmarktes und sagte: „Der Markt für illegale Wetten in der Türkei liegt bei über 50 Milliarden Dollar. Dieses Geld fließt weder in die Produktion noch in die Industrie. Dieses Geld wird an kriminelle Netzwerke weitergeleitet.“