Krise im Fall Narin Güran: Anwälte der Angeklagten zeigen Richter beim HSK an

Im Prozess um die in Diyarbakır ermordete Narin Güran haben die Anwälte der Angeklagten, denen 'Strafvereitelung' vorgeworfen wird, den zuständigen Richter beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) angezeigt. In der Beschwerdeschrift wird behauptet, dass Verfahrensvorschriften verletzt wurden und die Dauer der Untersuchungshaft die gesetzliche Grenze überschritten habe.

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Im Gerichtsverfahren zum Mord an Narin Güran, die 19 Tage nach ihrem Verschwinden tot in einem Bachbett in Diyarbakır aufgefunden wurde, gibt es eine neue Entwicklung. Die Anwälte der 15 Angeklagten, von denen 6 inhaftiert sind und die sich vor dem 17. Strafgericht erster Instanz wegen 'Strafvereitelung' verantworten müssen, haben den zuständigen Richter beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) angezeigt.

In der von den Anwälten der Angeklagten beim HSK eingereichten Beschwerdeschrift wurden eine Reihe von Vorwürfen bezüglich Unregelmäßigkeiten im Gerichtsverfahren aufgeführt. Die Anwälte machten geltend, dass die Angeklagten vor Beginn ihrer Verteidigung nicht auf ihr Schweigerecht und ihre sonstigen Rechte hingewiesen worden seien und die Anklageschrift zudem nicht vom Staatsanwalt verlesen worden sei. Dies verletze den Grundsatz eines fairen Verfahrens.

Ein weiterer Punkt, der in der Beschwerdeschrift hervorgehoben wurde, ist die Einbeziehung einer Nichtregierungsorganisation, die keinen direkten Bezug zum Fall hat, als 'Nebenkläger'. Die Anwälte bewerteten die Zulassung dieses Vereins als Nebenkläger als rechtlich unbegründet.

VORWURF DER ÜBERSCHREITUNG DER UNTERSUCHUNGSHAFTDAUER

In der Eingabe wurde daran erinnert, dass das im türkischen Strafgesetzbuch vorgesehene Mindeststrafmaß für das Delikt der 'Strafvereitelung' 6 Monate beträgt, während die Untersuchungshaft einiger Angeklagter bereits 7 Monate überschritten habe. Daher wurde argumentiert, dass den Angeklagten zu Unrecht die Freiheit entzogen werde und dies eine entsprechende Verantwortung nach sich ziehe.

Aufgrund all dieser Gründe forderten die Anwälte der Angeklagten die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch den HSK gegen den Richter des 17. Strafgerichts erster Instanz.