Kritik von Çömez an das Verteidigungsministerium wegen „US-Lobby“: Warum werden 2,4 Millionen Dollar gezahlt?

Der Abgeordnete der İYİ-Partei für Balıkesir, Turhan Çömez, hat einen angeblichen Lobbyvertrag zwischen dem türkischen Verteidigungsministerium und dem US-Unternehmen Ballard Partners vor das Parlament gebracht. Çömez erklärte, dass für ein Jahr Tätigkeit 2,4 Millionen Dollar gezahlt werden sollen, und fragte: „Warum zahlt die Türkei, die über die zweitgrößte Armee der NATO verfügt, so viel Geld an eine Lobbyfirma in den USA?“

12punto

Turhan Çömez behauptete in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account, dass das Verteidigungsministerium einen „Lobbyvertrag“ mit dem US-Unternehmen Ballard Partners abgeschlossen habe.

Çömez gab an, dass sich der Vertrag auf 2,4 Millionen Dollar für ein Jahr belaufe, was etwa 115 Millionen Lira entspreche.

Çömez behauptete zudem, dass neben dieser Summe auch Reise- und Verpflegungskosten des Unternehmens vom Ministerium übernommen würden, und fragte: „Ist dieses Geld nicht zu schade?“

„Ein Unternehmen, das Trump nahesteht“

Çömez wies auf die Nähe von Ballard Partners zum US-Präsidenten Donald Trump hin und argumentierte, dass das Unternehmen an Trumps Wahlkampagnen beteiligt gewesen sei und auch Lobbyarbeit in den USA für die Patriotische Union Kurdistans (PUK) im Irak geleistet habe.

In seinem Beitrag machte Çömez auf diese Verbindungen aufmerksam und forderte eine Erklärung für den Zweck des Vertrags.

Fragen zu S-400, F-16 und F-35

Çömez stellte zudem eine Reihe von Fragen zum Umfang des Vertrags.

Er betonte, dass die Türkei die zweitgrößte Armee der NATO besitze, und hinterfragte, warum das Verteidigungsministerium in diesem Umfang Zahlungen an eine Lobbyfirma leiste, die in den USA tätig ist, dem Land mit der größten NATO-Armee.

Çömez fragte, ob der Vertrag mit Themen wie dem Verkauf von S-400-Systemen, der Modernisierung der F-16 oder der Wiederaufnahme der Türkei in das F-35-Programm zusammenhänge.

Mit der Frage „Oder dient es einem anderen Zweck?“ forderte Çömez, dass die Begründung und der Umfang des Vertrags der Öffentlichkeit offengelegt werden.

„Detaillierte Fragen“ an Minister Güler gerichtet

Çömez erklärte, er habe „detaillierte Fragen“ zu diesem Thema an Verteidigungsminister Yaşar Güler gerichtet, der den Vertrag unterzeichnet hat.

Der Abgeordnete der İYİ-Partei äußerte die Vermutung, dass der Großteil seiner Fragen unbeantwortet bleiben werde, betonte jedoch, wie wichtig es sei, das Thema zu protokollieren.

„Künftige Generationen werden Rechenschaft fordern“

Am Ende seines Beitrags äußerte sich Çömez scharf.

Er argumentierte, dass die getätigten Ausgaben und getroffenen Entscheidungen in Zukunft hinterfragt würden: „Alles wird protokolliert, und künftige Generationen werden dies hinterfragen und Rechenschaft fordern.“