Kritische Entscheidung im Fall des Attentats auf Ali Gaffar Okkan nach 25 Jahren: Verfahren gegen zwei per Roter Ausschreibung gesuchte Personen eingestellt

Im Prozess um das Attentat, bei dem der Polizeichef von Diyarbakır, Ali Gaffar Okkan, und fünf Polizeibeamte getötet wurden, gab es eine bemerkenswerte Entwicklung. Für zwei flüchtige Angeklagte, die seit etwa 25 Jahren mit einer Roten Ausschreibung gesucht wurden, wurde die Verjährung festgestellt und die gegen sie bestehenden Haftbefehle aufgehoben.

12punto

Im Gerichtsverfahren zum Attentat auf Ali Gaffar Okkan, das tiefe Spuren im Gedächtnis der Türkei hinterlassen hat, ist eine neue Entscheidung gefallen. In dem Fall um den Anschlag vom 24. Januar 2001 in Diyarbakır wurden für die flüchtigen Angeklagten die Verjährungsbestimmungen angewandt.

Nach Informationen von NTV endete das Verfahren gegen zwei Angeklagte, die als mutmaßliche Täter des Attentats galten und seit Jahren auf der Flucht waren, aufgrund von Verjährung.

SEIT 25 JAHREN GESUCHT

Gegen Haşim Alabalık und Murat Aktaş, die in der Prozessakte als flüchtige Angeklagte geführt wurden, lagen seit vielen Jahren Haftbefehle vor.

Die beiden Namen wurden unter den Verdächtigen des Attentats auf Ali Gaffar Okkan geführt; gegen sie war eine Rote Ausschreibung erlassen worden, und es wurden internationale Fahndungsmaßnahmen durchgeführt.

VERJÄHRUNGSBESCHLUSS GEFASST

Mit der Entscheidung des Gerichts wurde festgestellt, dass das Verfahren gegen Haşim Alabalık und Murat Aktaş aufgrund von Verjährung eingestellt wurde.

Im Rahmen dieser Entscheidung wurde mitgeteilt, dass auch die zuvor gegen die beiden Angeklagten erlassenen Haftbefehle aufgehoben wurden.

DER HINTERHALT AUF ALİ GAFFAR OKKAN

Ali Gaffar Okkan war zwischen 1997 und 2001 als Polizeichef von Diyarbakır tätig.

Okkan, der während seiner Amtszeit für seine engen Beziehungen zur Bevölkerung der Stadt und seine Arbeit für bedürftige Familien bekannt war, hatte in Diyarbakır bei weiten Teilen der Gesellschaft Anerkennung gewonnen.

AM 24. JANUAR 2001 GETÖTET

Ali Gaffar Okkan wurde am 24. Januar 2001 während einer Fahrt mit seinem Dienstwagen im Stadtteil Şehitlik auf dem Sezai-Karakoç-Boulevard in Diyarbakır Opfer eines bewaffneten Angriffs.

Bei dem als Hinterhalt ausgeführten Angriff wurden neben Okkan auch die Polizeibeamten Mehmet Kamalı, Sabri Kün, Mehmet Sepetçi, Atilla Durmuş und Selahattin Baysoy getötet.

DER ANGRIFF HATTE DIE TÜRKEI IN TRAUER VERSETZT

Das Attentat, das als einer der meistdiskutierten Anschläge jener Zeit in die Geschichte einging, hatte in der gesamten Türkei für großes Aufsehen gesorgt.

Es war bekannt, dass zu den Themen, denen Ali Gaffar Okkan während seiner Amtszeit Priorität einräumte, auch die Aufklärung des Attentats auf den Journalisten und Schriftsteller Uğur Mumcu gehörte, der am 24. Januar 1993 ermordet worden war.