Kritische Frage zur Methangas-Tragödie mit 12 gefallenen Soldaten: 'Warum wurde der Hund nicht vergiftet?'

Im Zusammenhang mit der Höhlentragödie im Einsatzgebiet der Operation Pençe-Kilit, bei der 12 Soldaten durch Methangasvergiftung ums Leben kamen, stehen wichtige Fragen im Raum. Sözcü-Kolumnist Saygı Öztürk thematisierte die Frage: „Warum wurde der Hund an dem Ort, an dem 12 Soldaten fielen, nicht vergiftet?“ und führte Expertenmeinungen an.

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Bei Sucharbeiten im Einsatzgebiet der Operation Pençe-Kilit zur Bergung des Leichnams des gefallenen Leutnants Nuri Melih Bozkurt kamen 12 Soldaten durch Methangasvergiftung ums Leben. Das Verteidigungsministerium erklärte nach Abschluss der Untersuchungen: „Es wurde festgestellt, dass kein Disziplinarverstoß oder ein Mangel an Kontrolle/Führung vorlag. Einige unserer nicht im Dienst befindlichen Soldaten sind aus Kameradschaftsgefühl heraus, ohne auf Befehle zu warten und unter Missachtung der eigenen Gefahr in die Höhle eingedrungen, wodurch durch ihre Entschlossenheit, ihre Kameraden zu retten, noch schwerwiegendere Folgen verhindert wurden.“

Der Sözcü-Kolumnist Saygı Öztürk griff die Tragödie, bei der 12 Soldaten fielen, in seiner Kolumne auf und versuchte, die Frage „Warum wurde der Hund an dem Ort, an dem 12 Soldaten fielen, nicht vergiftet?“ zu klären. Der von Öztürk befragte ehemalige stellvertretende Generaldirektor der türkischen Steinkohlenbehörde (TTK) und Bergbauingenieur Dursun Akyürek erklärte: „Das für die Vergiftung verantwortliche Kohlenmonoxidgas ist leichter als Luft. Auf Höhe des Hundes war möglicherweise kein Gas vorhanden. Der Hund hat zwar einen ausgeprägten Geruchssinn, aber Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas. Ohne Gasdetektor darf man geschlossene Räume nicht betreten.“

Öztürk schrieb in seiner Kolumne dazu Folgendes:

„Um den heiligen Leichnam des heldenhaften Oberleutnants Nuri Melih Bozkurt zu finden, wollten die Soldaten aufgrund eines Hinweises erneut in einer Höhle suchen, die sich unter einem 952 Meter hohen Hügel im Norden des Irak befindet und die die Terrororganisation jahrelang als Krankenhaus genutzt hatte. Die höher gelegene Höhle, die trotz mehrfacher vorheriger Durchsuchungen nicht gefunden worden war, wurde bei dieser Suche lokalisiert. In dieser Höhle wurde zunächst eine Eisentür entdeckt. Da sie sich nicht öffnen ließ, wurde sie mit Sprengstoff zerstört. Genau dann geschah es...

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde zunächst ein Hund hineingeschickt. Da bei dem Hund keine Vergiftungserscheinungen auftraten, begannen die Soldaten, die Höhle zu betreten. Wer hineinging, kam nicht wieder heraus. Man wusste nicht, was zu tun war. Bergleute wurden aus Zonguldak in den Nordirak gebracht. Sie betraten die Höhle mit Gasmasken und Spezialausrüstung. Aus Mund und Nase der Verstorbenen und Geretteten schoss Blut. Ein solches Ereignis war noch nie zuvor beobachtet worden. Ärzte und Krankenwagen wurden herbeigerufen. Doch das Unglück war bereits geschehen...“

„ES GIBT FAHRLÄSSIGKEIT UND MANGELNDE VORSICHT“

„Dass der Hund nach dem Hineinschicken ohne Vergiftung wieder herauskam, wurde so interpretiert, dass keine giftige Umgebung vorlag. Doch die Angelegenheit ist nicht so, wie das Verteidigungsministerium sie darstellt. Wenn der Hund dort ohne Gasvergiftung herauskam, hat das einen Grund. Der von mir befragte ehemalige stellvertretende Generaldirektor der türkischen Steinkohlenbehörde, Bergbauingenieur Dursun Akyürek, erklärte uns, warum die Soldaten sich irrten:

'In der Erklärung des Ministeriums heißt es, dass man die Höhle betreten habe, nachdem dem Hund bei dem Vorfall, bei dem 12 Soldaten fielen, nichts passiert sei. Das für die Vergiftung verantwortliche Kohlenmonoxidgas ist leichter als Luft. Auf Höhe des Hundes war möglicherweise kein Gas vorhanden. Der Hund hat zwar einen ausgeprägten Geruchssinn, aber Kohlenmonoxid ist ein geruchloses Gas. Ohne Gasdetektor darf man geschlossene Räume nicht betreten. Wenn man sie betritt, dann nur mit einer persönlichen Sauerstoffmaske. Daher sind die Erklärungen des Verteidigungsministeriums weder logisch noch wissenschaftlich. Es gibt Fahrlässigkeit und mangelnde Vorsicht. Diese Tragödie war keineswegs unvorhersehbar.'"