Kritische Warnung eines Experten: 'Bereiten Sie sich auf ein Erdbeben der Stärke 6,6 vor'

Nach dem Erdbeben der Stärke 3,7 vor der Küste von Trabzon wurde in Stellungnahmen betont, dass das Schwarze Meer eine aktive Erdbebenquelle darstellt. In den von Prof. Dr. Osman Bektaş geteilten Einschätzungen wurde unter Berufung auf AFAD-Daten darauf hingewiesen, dass die Region auf ein Erdbeben der Stärke 6,6 vorbereitet sein müsse.

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Wie berichtet wurde, ereignete sich gestern Abend um 23.15 Uhr ein Erdbeben der Stärke 3,7 vor der Küste von Trabzon. Das Beben, das sich in einer Tiefe von etwa 28 Kilometern ereignete, löste kurzzeitig Unruhe aus. In einer nach dem Beben veröffentlichten Erklärung des Gouverneursamts von Trabzon wurde mitgeteilt, dass keine negativen Auswirkungen festgestellt wurden.

KRITISCHE EINSCHÄTZUNGEN ZUM SCHWARZMEER-VERWERFUNGSSYSTEM

Nach dem Beben erklärte Prof. Dr. Osman Bektaş über soziale Medien, dass das Schwarze Meer eine Erdbebenquelle sei. Es wurde darauf hingewiesen, dass sich das betreffende Beben an einem Ost-West-Segment des Schwarzmeer-Verwerfungssystems ereignete, das parallel zur Schwarzmeerküste verläuft.

Da das Beben in einer geringen Tiefe von etwa 9,6 Kilometern stattfand, seien die Erschütterungen sowie das durch den physischen Bruch verursachte Geräusch deutlich wahrgenommen worden. In der Bewertung wurde die Schlussfolgerung gezogen: „Das Schwarze Meer ist eine Erdbebenquelle“.

ERDBEBENRISIKO DER STÄRKE 6,6 NACH AFAD-DATEN

Unter Berufung auf AFAD-Daten wurde betont, dass sich die Schwarzmeerküste auf ein Erdbeben der Stärke 6,6 vorbereiten müsse. Es wurde darauf hingewiesen, dass dieser Wert in den sandigen Bereichen entlang der Küstenlinie noch höher ausfallen könne; zudem wurden Küstenrutschungsgebiete, aufgeschüttete Flächen und die dortigen Siedlungsgebiete als besonders gefährdete Zonen eingestuft.

Es wurde festgestellt, dass das Beben vor der Küste von Trabzon zeige, dass die Schwarzmeer-Verwerfung lebendig und aktiv sei. In den Erklärungen hieß es, dass die Wahrnehmung einer „sicheren Stadt“ der Vergangenheit angehöre und die Botschaft des Bebens trotz seiner geringen Stärke von lebenswichtiger Bedeutung sei.

In diesem Zusammenhang wurde auf folgende Punkte aufmerksam gemacht:

Dass die Schwarzmeer-Verwerfung aktiv ist,

Dass die Wahrnehmung einer sicheren Stadt ihre Gültigkeit verloren hat,

Dass aufgeschüttete Böden, der Gebäudebestand und Siedlungsgebiete in Erdrutschzonen zu den größten Risikofaktoren zählen.

Es wurde zudem eine Karte geteilt, die Ort und Stärke der im instrumentellen Zeitraum aufgezeichneten Erdbeben zeigt. Während in diesen Daten angegeben wurde, dass die Beben in der Region bisher klein bis mittelschwer waren, wurde darauf hingewiesen, dass keine ausreichenden Informationen zu historischen Erdbebenstärken und Wiederholungsintervallen vorlägen. Die Geschwindigkeit der Verwerfung wurde auf ein Niveau von wenigen Millimetern pro Jahr beziffert.

ABSCHIED VOM GLAUBEN, DASS ES IN TRABZON KEINE ERDBEBEN GIBT

In den Stellungnahmen wurde betont, dass die Auffassung, „in Trabzon gibt es keine Erdbeben“, beendet sei. In diesem Zusammenhang wurde an den Bürgermeister von Trabzon, Ahmet Metin Genç, appelliert, die mikroseismischen Zonierungsstudien zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die Prozesse der Stadterneuerung nicht nur auf dem Papier blieben. Es wurde festgehalten, dass im Rahmen der Erdbebenverordnung dringende Schritte für das Ziel eines „erdbebensicheren Trabzon“ unternommen werden müssten.

AUFMERKSAMKEIT AUF KÜSTEN- UND AUFSCHÜTTUNGSGEBIETE

Es wurden spezielle Warnungen für die Gebiete Yomra-Kaşüstü, Beşirli, Akyazı und Söğütlü ausgesprochen. Diese Regionen zählten zwar zu den prestigeträchtigen Gebieten Trabzons, seien jedoch in Bezug auf den Boden die beweglichsten Zonen. Es wurde erklärt, dass eine Erschütterung entlang der Schwarzmeer-Verwerfung in Kombination mit den schwachen Bodeneigenschaften in diesen Gebieten die Erschütterungen an Land vervielfachen könnte.