Kritische Warnung von Naci Görür für Istanbul! Er wirft die „tödliche Frage“ auf...
Während die im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie, die auf die hohe Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens der Stärke 7,4 an der Marmara-Verwerfung hinweist, weiterhin für Diskussionen sorgt, äußerte sich Prof. Dr. Naci Görür mit bemerkenswerten Einschätzungen. Görür wies auf die Unzulänglichkeit wissenschaftlicher Arbeiten hin und hinterfragte mit dem Ausdruck „tödliche Frage“, warum Istanbul nicht auf ein Erdbeben vorbereitet wurde.
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Eine umfassende Studie, die im vergangenen Dezember im Fachmagazin Science veröffentlicht wurde, hat aufgezeigt, dass sich im blockierten Abschnitt der Nordanatolischen Verwerfung unter dem Marmarameer eine erhebliche Menge an Energie angesammelt hat, und wies auf ein großes Erdbebenrisiko für Istanbul hin.
Während Wissenschaftler darauf hinweisen, dass die Energie, die sich in dem seit 1766 nicht mehr aufgebrochenen Verwerfungssegment angesammelt hat, sich einer kritischen Schwelle nähert, sorgten auch die Ansichten einiger Geowissenschaftler, die behaupten, es gebe im Marmarameer keine aktiven Verwerfungen mehr, die aufbrechen könnten, für öffentliche Diskussionen.
KRITIK VON GÖRÜR AN DER WISSENSCHAFTSWELT
Während die Echos der Studie anhalten, äußerte Prof. Dr. Naci Görür in einem Beitrag auf seinem X-Account scharfe Kritik an der Wissenschaftswelt. Görür erklärte: „Die Wissenschaftswelt schiebt den Ball ins Aus, ohne das Notwendige zu tun.“
In seiner Erklärung erinnerte Görür daran, dass das Marmarameer als Binnenmeer durch Erdbeben entstanden sei, und betonte, dass diese Struktur zuletzt im Jahr 1999 detailliert untersucht wurde. Görür erklärte, dass die fehlenden Punkte ergänzt werden müssten und dass wissenschaftliche Arbeiten Kontinuität erforderten.
„WISSENSCHAFT IST KEIN KAFFEEHAUSGESPRÄCH“
Prof. Dr. Naci Görür wies auf die Ernsthaftigkeit wissenschaftlicher Diskurse hin und betonte, dass Forschungen nicht nur durch Worte, sondern durch Publikationen gestützt werden müssten. Görür wies auf die Bedeutung der internationalen Lesbarkeit und Überprüfbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse hin und erklärte, dass andernfalls die gemachten Aussagen nicht ernst genommen würden.
ER WIRFT DIE „TÖDLICHE FRAGE“ AUF
Görür erklärte, dass das Verwerfungssystem in und um das Marmarameer klar erkennbar sei, und betonte, dass das eigentliche Problem darin bestehe, wie diese Informationen bewertet würden. Görür erinnerte daran, dass Istanbul im Laufe der Geschichte zahlreiche Erdbeben der Stärke 7,0 und höher erlebt habe, und machte mit folgenden Worten auf sich aufmerksam:
„Sie haben sicher gehört, dass es in dieser Stadt im Laufe der Geschichte viele Erdbeben über 7,0 gegeben hat. Nun die tödliche Frage: Warum untersuchen wir das Erdbebensystem von Istanbul oder anderen Orten nicht und machen diese Orte erdbebensicher?“
INTERNATIONALE WARNUNG: RISIKO EINER GROSSEN HUMANITÄREN KATASTROPHE
Während die Studie auch in der internationalen Presse ein breites Echo fand, wurde betont, dass die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens der Stärke 7,4 an der Marmara-Verwerfung „sehr hoch“ sei. Experten warnen davor, dass ein solches Erdbeben in Istanbul eine der schwersten humanitären Katastrophen der jüngeren Geschichte sein könnte.