Kritische Warnung von Şener Üşümezsoy für das Marmara-Meer
Prof. Dr. Şener Üşümezsoy äußerte sich zu den erwarteten Erdbeben in der Marmara-Region und wies auf zwei gefährliche Zonen hin.
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Prof. Dr. Şener Üşümezsoy, der den Ort des Erdbebens der Stärke 6,2 vor Silivri am 23. April korrekt vorhergesagt hatte, machte bemerkenswerte Einschätzungen zu den Erdbebenrisiken in der Marmara-Region. Üşümezsoy erklärte, dass die weit verbreitete Ansicht, wonach in Istanbul ein schweres Erdbeben bevorstehe, keine wissenschaftliche Grundlage habe.
In einem Video auf seinem YouTube-Kanal kritisierte Üşümezsoy die Auffassung, dass sich der Stress nach dem Erdbeben von 1999 auf die Adalar-Verwerfung übertragen habe und dort ein Beben der Stärke über 7 erwartet werde. Basierend auf seinen eigenen Analysen betonte er, dass die eigentliche Gefahr vom Verwerfungssegment innerhalb des Kumburgaz-Beckens ausgehe. Da diese Verwerfung in einer geringen Tiefe von etwa 10 km liege, könne sie kein schweres Erdbeben erzeugen; das erwartete Beben werde unter einer Stärke von 6,5 bleiben.
Üşümezsoy wies zudem auf zwei gefährliche Zonen südlich von Istanbul hin. Er erklärte, dass die Bozburun-Verwerfung (Halbinsel Armutlu) nach dem Gölcük-Erdbeben von 1999 unter Spannung stehe und noch nicht gebrochen sei. Zudem sagte er, dass die Sarıköy-Verwerfung (Süd-Marmara) nach dem Yenice-Gönen-Erdbeben von 1953 Stress angesammelt habe und ein erhebliches Risiko darstelle.
Üşümezsoy argumentierte, dass das Şarköy-Mürefte-Erdbeben von 1912 den seismischen Stress in der Umgebung von Tekirdağ und Saros weitgehend abgebaut habe und sich das eigentliche Risiko daher in den Verwerfungslinien im Süden des Marmara-Meeres konzentriere.