Langwaffe im Kofferraum eines TÜGVA-Fahrzeugs: Brisante Vorwürfe von Journalist Akinan

Der Journalist Serdar Akinan hat schwere Vorwürfe gegen die Stiftung TÜGVA erhoben, deren Vorsitz Bilal Erdoğan innehat. Akinan veröffentlichte Bilder von Waffen im Kofferraum eines TÜGVA-Fahrzeugs sowie Auszüge aus internen WhatsApp-Chatverläufen der Stiftung.

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Im Zentrum der Berichterstattung des Journalisten Serdar Akinan stehen Stiftungen, die unter der AKP-Regierung an Bedeutung gewonnen haben und als wichtige Organisationsbereiche gelten; dabei rückt auch Bilal Erdoğan in den Fokus.

Akinan teilte Aufnahmen aus dem Kofferraum eines Fahrzeugs, das seiner Aussage nach der TÜGVA gehört. Mit dem Hinweis auf die Bilder einer Langwaffe und einer Pistole fragte Akinan: „Sind das die Langwaffen, die in der Nacht des 15. Juli aus staatlichen Depots entnommen wurden? Was suchen diese Waffen in einem TÜGVA-Fahrzeug?“

Die Bilder und die Veröffentlichung erwecken den Eindruck einer neuen Front im internen Machtkampf innerhalb der AKP.

Es heißt, dass der Name Bilal Erdoğan in letzter Zeit verstärkt in dem seit langem schwelenden Machtkampf innerhalb der AKP auftaucht, der auch die Zeit nach Erdoğan umfasst. Nach diesen Vorwürfen hat der Bericht über die TÜGVA und Bilal Erdoğan heute für großes Aufsehen gesorgt.

Akinan teilte zudem die Kennzeicheninformationen des Fahrzeugs sowie ein Foto, das laut seiner Aussage an dem Tag aufgenommen wurde, als das Fahrzeug der TÜGVA gespendet wurde. Er wies darauf hin, dass auf einem weiteren Foto, das zuvor mit demselben Fahrzeug aufgenommen wurde, auch der stellvertretende Sportminister Enes Eminoğlu zu sehen sei, und veröffentlichte auch diese Aufnahme.

VORWURF: „ORGANISIERUNG NACH FETÖ-TAKTIK“

Akinan erklärte, dass die TÜGVA in 81 Provinzen organisiert sei und über 400.000 Freiwillige verfüge. Er behauptete, die TÜGVA organisiere sich exakt nach der Taktik der FETÖ. Einer der bemerkenswerten Teile der von Akinan offengelegten Akten sind die Chatverläufe, die angeblich die Macht der TÜGVA bei Staatsanwaltschaften und Polizei belegen sollen.

Akinan teilte Notizen aus den WhatsApp-Chats der Stiftung und sagte: „Die Angelegenheit hat ein Ausmaß erreicht, in dem in den Chats davon die Rede ist, die AKP zu übernehmen, die AKP-Organisation zu übernehmen.“

Aus den geteilten Chatverläufen geht hervor, dass eine Person mit Verbindungen zur TÜGVA Informationen über die Stiftung – etwa zu Ernennungen, Bestechung und kompromittierendem Bildmaterial – erlangt hat und die TÜGVA damit erpresst. Die TÜGVA-Führungskräfte in der Gruppe behaupten hingegen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft auf ihrer Seite stünden.

Dennoch zeigt sich ein Mitglied der Gruppe äußerst besorgt und schreibt angeblich sogar eine Notiz darüber, dass die betreffende Person „intern hingerichtet“ werden solle. Unterdessen wird gefordert, alle Computer in der AKP-Parteizentrale zu bereinigen.

Nach der Veröffentlichung dieser Informationen sagte Akinan: „Ich bin derzeit entsetzt. Wenn ich die eingehenden Nachrichten und E-Mails sehe... Ich hatte nur Korruption und Unregelmäßigkeiten vermutet. Wir stehen einer Struktur gegenüber, die denselben Pfaden wie die FETÖ folgt.“

DIE BEDEUTUNG DER VERÖFFENTLICHUNGEN...

Während Akinan ankündigte, dass die Akten weiterhin veröffentlicht werden, stellt sich die Frage nach dem Kontext des Vorfalls.

Diese ersten offengelegten Informationen rufen Erinnerungen an den Prozess um die TÜGVA-Daten in Erinnerung.

In dem 2023 abgeschlossenen Verfahren war die Weitergabe von Dokumenten Gegenstand der Anklage, aus denen hervorging, dass die TÜGVA Hunderte von Personen in Armee, Polizei und anderen öffentlichen Einrichtungen untergebracht und entsprechende Personalakten über diese Personen geführt hatte.

In der nach Hausdurchsuchungen durch die Polizei erstellten Anklageschrift wurde Ramazan Aydoğdu vorgeworfen, TÜGVA-Daten erlangt und an Cihan Yücel weitergeleitet zu haben; es wurde eine Haftstrafe zwischen 3 Jahren und 10 Jahren und 6 Monaten gefordert.

Das Gericht verurteilte Ramazan Aydoğdu wegen „rechtswidriger Weitergabe oder Erlangung von Daten“ zu 1 Jahr und 8 Monaten sowie wegen „Blockierung, Störung, Zerstörung oder Veränderung des Systems“ zu 5 Monaten, insgesamt also zu 2 Jahren und einem Monat Haft. Das Gericht setzte die Verkündung des Urteils aus. Zudem entschied das Gericht, das Verfahren gegen Cihan Yücel abzutrennen.