Luxusauto-Masche bei der Geldwäsche... Ministerium greift ein

Geldwäsche-Barone schleusen Milliarden an Schwarzgeld über Luxusautohäuser, mit denen sie Vereinbarungen getroffen oder die sie selbst gegründet haben, in das Finanzsystem ein. Ein Auto im Wert von 20 Millionen TL wechselt innerhalb von zwei Monaten den Besitzer über zehn verschiedene Bandenmitglieder und erreicht so einen fiktiven Wert von 60 Millionen TL.

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Das Ministerium für Schatz und Finanzen setzt seine Bemühungen fort, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu unterbinden. 

Minister Mehmet Şimşek kündigte vorgestern an, dass eine Untersuchung gegen Steuerzahler eingeleitet wird, die trotz geringer Steuerzahlungen Luxusautos besitzen. Bei Untersuchungen an 7.885 Fahrzeugen im Luxussegment wurden Steuerzahler identifiziert, die weder Einkünfte deklariert haben noch Firmenanteile besitzen, oder deren Unternehmen trotz Anteilsbesitz keine Gewinnausschüttungen vorgenommen haben. Zudem wurde bekannt gegeben, dass 780 der untersuchten Fahrzeuge auf Personen zugelassen sind, die keine Steuerzahler sind und über keinerlei Einkommensquelle verfügen.

LUXUSAUTOHÄNDLER IM VISIER DER GELDWÄSCHER

Laut einem Bericht von Kaan Zenginli von der Zeitung Türkiye Gazetesi verfolgt das Ministerium nicht nur Steuerhinterzieher, sondern gezielt diejenigen, die über den Verkauf von Luxusautos Geld waschen. Daraufhin wurde untersucht, wie Geldwäsche durch Luxusautoverkäufe betrieben wird und welches Ausmaß das System hat.

Es ist bekannt, dass Schwarzgeld aus illegalem Glücksspiel, Drogen- oder Waffenhandel am häufigsten durch den Verkauf von Luxusimmobilien gewaschen wird. Die einfachste Methode ist jedoch der Handel mit Luxusautos… Da die Beträge sehr hoch sind… Es ist bekannt, dass es insbesondere in gehobenen Stadtvierteln Betriebe gibt, die lediglich als „Scheingalerien“ fungieren und sich eher zu Zentren für Geldwäsche als zu Autohäusern entwickelt haben. Mit der technologischen Entwicklung wird das Schwarzgeld häufig per Mail-Order oder Kryptowährungen an das Autohaus transferiert und der Handel beginnt.

EIN AUTO, 10 VERSCHIEDENE PERSONEN...

Beispielsweise wird ein gebrauchter Ferrari im Wert von 20 Millionen Lira auf dem Papier vom Autohaus an ein Bandenmitglied verkauft. Dieser Verkaufsvorgang findet innerhalb von zwei Monaten zehnmal statt. Das bedeutet, dass ein Luxusauto in kurzer Zeit über zehn verschiedene Personen läuft. Die Bandenmitglieder, auf deren Namen die Scheinfirmen laufen, kaufen und verkaufen das Fahrzeug untereinander. Schließlich kehrt dasselbe Auto nach zwei Monaten zum Autohaus zurück. Diesmal jedoch mit einem Preis von 60 Millionen TL… Auf diese Weise werden 40 Millionen Lira an Schwarzgeld im System gewaschen. Diese Methode wird in der Türkei seit vielen Jahren angewandt. Sicherheitskräfte und die zuständigen Ministerien führen mit all ihren Kräften Operationen gegen die Geldwäsche-Barone durch.

Wichtige Akteure der Branche äußerten sich wie folgt zum Geldwäsche-System:

'STATT BARGELD MAIL-ORDER ODER KRYPTO'

Dies ist eine Methode, die seit Jahren funktioniert. Das Krypto-Geschäft hat jedoch erst vor Kurzem begonnen. Es ist unmöglich, das Geld bar aus dem Ausland zu bringen oder über Banken einzuschleusen. Deshalb werden Mail-Order oder Kryptowährungen genutzt. Große und bekannte Unternehmen lassen sich vielleicht nicht auf solche Geschäfte ein. Aber abgesehen davon sollten die Bücher der Händler, die Luxusautos verkaufen, geprüft werden. Fast alle befinden sich ohnehin in der Hand der Mafia… Es muss kontrolliert werden, an wen welches Auto zu welchem Preis verkauft wurde, was der Marktwert des Autos ist, wie oft das Auto in den letzten 2-3 Monaten den Besitzer gewechselt hat und zu welchem Preis es an das Autohaus zurückgekehrt ist. Es wird sich herausstellen, dass Milliarden an Lira gewaschen wurden. Andererseits hören wir, dass auch mit sehr wertvollen Uhren großer Weltmarken Geldwäsche betrieben wird.