Mindestens 892 Kinder starben 2025 in der Türkei
Laut dem Bericht des FİSA-Zentrums für Kinderrechte kamen im Jahr 2025 mindestens 892 Kinder durch vermeidbare Ursachen ums Leben.
12punto
Das FİSA-Zentrum für Kinderrechte hat seinen Bericht zum „Recht des Kindes auf Leben in der Türkei“ für das Jahr 2025 veröffentlicht. Dem Bericht zufolge starben im Jahr 2025 mindestens 892 Kinder durch vermeidbare Ursachen.
Der Bericht basiert auf Daten, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2025 durch Medienbeobachtung, lokale Quellen und die Auswertung von Daten von Menschenrechtsorganisationen zu Verletzungen des Rechts auf Leben mit tödlichem Ausgang zusammengetragen wurden.
„DIE MEISTEN KINDER STARBEN IN URFA“
Von den 892 verstorbenen Kindern waren 599 Jungen und 251 Mädchen; bei 42 Kindern konnte das Geschlecht nicht ermittelt werden. Die Provinzen mit der höchsten Zahl an Todesfällen waren Şanlıurfa (74), Istanbul (57), Bolu (40), Gaziantep (38) und Konya (38). Es folgten die Provinzen Adana (27), Hatay (27), Diyarbakır (28), Kocaeli (28) und Mersin (25).
Im Bericht wird zudem festgehalten, dass mindestens 103 Kinder infolge von Vorfällen in öffentlichen Einrichtungen oder aufgrund von Versäumnissen durch Amtsträger ihr Leben verloren.
„MINDESTENS 95 KINDER STARBEN BEI DER ARBEIT“
Die Daten zu tödlichen Arbeitsunfällen von Kindern im Jahr 2025 verdeutlichen das Ausmaß der Ausbeutung von Kinderarbeit im Land. Zu diesen Todesfällen zählen auch Kinder, die im Rahmen von Berufsbildungszentren (MESEM) als „Schüler“ beschäftigt wurden. Şerafettin Başarır (15), Arda Dirmilli (15), Yağız Yıldız (17), Alperen Uygun (16) und Muhammed Kendirci (15) kamen 2025 im Rahmen von MESEM ums Leben.
„33 KINDER BEGINGEN SELBSTMORD“
Den Daten für 2025 zufolge starben mindestens 33 Kinder durch Suizid. Während diese Zahl im Jahr 2024 bei 53 lag, waren es 2023 noch 20 Kinder. Im Bericht heißt es: „Die weit verbreiteten Menschenrechtsverletzungen, denen Kinder ausgesetzt sind, Schwierigkeiten beim Zugang zu Dienstleistungen, Armut, Isolation, Gewalt, Ausgrenzung und Unsicherheit sind die grundlegenden Faktoren im Hintergrund dieser Verluste. Zudem wird die Unzulänglichkeit präventiver, inklusiver und zugänglicher Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit von Kindern als ein weiterer wesentlicher Faktor für dieses Ergebnis bewertet.“
„INDIVIDUELLE BEWAFFNUNG FÜHRTE ZUM TOD VON 18 KINDERN“
Im Jahr 2025 starben mindestens 18 Kinder infolge individueller Bewaffnung. Laut dem FİSA-Bericht ereigneten sich diese Todesfälle auf unterschiedliche Weise, etwa durch das Spielen mit im Haus befindlichen Waffen, Schüsse in die Luft bei Hochzeiten, Treffer durch „verirrte Kugeln“ oder spontane Auseinandersetzungen. Im Bericht wird betont: „Die Verhinderung individueller Bewaffnung sollte nicht nur als Sicherheitsfrage, sondern als dringende und grundlegende Verpflichtung zum Schutz des Rechts der Kinder auf Leben behandelt werden.“
„GEWALT GEGEN KINDER HAT ZUGENOMMEN“
Die Daten für 2025 zeigen, dass Gewalt gegen Kinder im Land von Tag zu Tag zunimmt. Von den Kindern, die infolge von Gewalt starben, kamen 21 durch Gewalt unter Gleichaltrigen, 20 durch häusliche Gewalt, 14 durch Kindermorde und 14 durch geschlechtsspezifische Gewalt ums Leben.