Mitten in der Nacht verschickt: Ursache für die Kreditkarten-SMS, die Bürger in Angst versetzte, ist geklärt

Im Rahmen einer gemeinsamen Operation unter der Koordination des türkischen Geheimdienstes MİT wurde ein Cyber-Netzwerk ausgehoben, das Kreditkartendaten systematisch testete und Bürger ins Visier nahm. Bei gleichzeitigen Razzien in Istanbul und Kocaeli wurden drei Verdächtige festgenommen; es wurde berichtet, dass kein finanzieller Schaden entstanden ist.

İHA

Der türkische Geheimdienst (MİT) leitete Untersuchungen ein, nachdem in der Nacht zum 7. Juni zahlreiche Bürger SMS-Benachrichtigungen über Kreditkartentransaktionen erhalten hatten. Es wurde festgestellt, dass die Nachrichten, die in den Nachtstunden begannen und bis zum Morgen andauerten, Informationen über versuchte Transaktionen mit hohen Beträgen sowie Einmalpasswörter enthielten.

Nachdem der Vorfall als organisierte Cyber-Aktivität eingestuft wurde, ergriffen die zuständigen Behörden unter der Koordination des MİT Maßnahmen. Es wurde eine vielschichtige Untersuchung durchgeführt, die technische, nachrichtendienstliche, finanzielle und operative Aspekte umfasste.

KARTENDATEN WURDEN MIT AUTOMATISIERTER SOFTWARE GETESTET

Da die Aktivität, die auf die finanzielle Sicherheit abzielte, als potenziell weitreichend für eine große Nutzergruppe bewertet wurde, wurde eine gleichzeitige Koordination zwischen den Institutionen sichergestellt.

Technische Untersuchungen der Abteilung für Cybersicherheit (SGB) und Finanzanalysen des Finanzkriminalitäts-Untersuchungsrates (MASAK) ergaben, dass eine große Anzahl von Kreditkartennummern mithilfe automatisierter Software getestet wurde. Es wurde festgestellt, dass während der Versuche, die Gültigkeit der Kartendaten zu prüfen, automatisch SMS an die Karteninhaber gesendet wurden.

Im Rahmen der nachrichtendienstlichen Arbeit des MİT wurden die verwendeten digitalen Infrastrukturen und Arbeitsmethoden aufgedeckt. Basierend auf den gewonnenen technischen und nachrichtendienstlichen Daten wurden die Identitäten der Verdächtigen sowie die von ihnen genutzten Systeme ermittelt und der operative Prozess eingeleitet.

OPERATION IN ISTANBUL UND KOCAELI

Im Rahmen der von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara eingeleiteten Ermittlungen führten Teams der Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität der Gendarmerie Ankara gleichzeitige Operationen in Istanbul und Kocaeli durch.

Als Ergebnis der unter Koordination des MİT durchgeführten Arbeiten wurden drei identifizierte Verdächtige festgenommen.

ZAHLREICHE DATENSÄTZE AUF DIGITALEN MATERIALIEN GEFUNDEN

Erste Untersuchungen der bei den Operationen beschlagnahmten digitalen Materialien führten zu Software und digitalen Spuren, die vermutlich für das massenhafte Testen von Kreditkartendaten verwendet wurden.

Zudem wurden Datensätze entdeckt, in denen Testprotokolle einer Vielzahl von Kreditkarten systematisch klassifiziert waren.

Die Abteilung für Cybersicherheit untersuchte zudem die IP-Adressen, Serverprotokolle und andere digitale Spuren, die bei dem Vorfall verwendet worden sein sollen. Als Ergebnis der Arbeiten wurde ein Großteil der für die Aktivitäten genutzten technischen Infrastruktur offengelegt, während die von den Verdächtigen verwendeten Systeme und digitalen Verbindungen dechiffriert wurden.

Die Behörden gaben an, dass im Rahmen des Vorfalls kein finanzieller Schaden entstanden sei, die angewandte Methode jedoch zu den häufig bei organisierten Cyberkriminalitätsaktivitäten eingesetzten Verfahren zähle.