Kritik von Kılıçdaroğlu an CHP-Führung nach Verhaftung von Ahmet Özer: „Mit dem Ein-Mann-Regime...“
Der 7. Vorsitzende der CHP, Kemal Kılıçdaroğlu, kommentierte die Verhaftung des Bürgermeisters von Esenyurt, Ahmet Özer, und die Einsetzung eines Zwangsverwalters mit den Worten: „Der Staatsanwalt in diesem Fall ist direkt Erdoğan.“ Kılıçdaroğlu kritisierte die CHP-Führung für den Normalisierungsprozess und erklärte: „Wenn man sich mit dem Ein-Mann-Regime auf eine sogenannte ‚Normalisierung‘ einlässt, gerät man nach einer Weile in dessen Anziehungsbereich und wird wirkungslos.“
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Nach der Verhaftung des CHP-Bürgermeisters von Esenyurt, Ahmet Özer, wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in der bewaffneten Terrororganisation PKK/KCK“ wurde ein Zwangsverwalter für die Gemeinde Esenyurt eingesetzt.
Der ehemalige CHP-Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu bewertete die Verhaftung Özers und die Einsetzung des Zwangsverwalters.
KRITIK AN DER NORMALISIERUNG: MAN WIRD WIRKUNGSLOS
„Der Staatsanwalt in diesem Fall ist direkt Erdoğan“, sagte Kılıçdaroğlu und äußerte sich kritisch zum „Normalisierungsprozess“, der nach den Kommunalwahlen vom 31. März begonnen hatte: „Wenn man sich mit dem Ein-Mann-Regime auf eine sogenannte ‚Normalisierung‘ einlässt, gerät man nach einer Weile in dessen Anziehungsbereich und wird wirkungslos.“
Gegenüber Saygı Öztürk von der Zeitung Sözcü sagte Kılıçdaroğlu folgendes:
„Der Staatsanwalt in diesem Fall ist direkt Erdoğan. Im ‚Ein-Mann-Regime‘ existieren Legislative, Judikative und Exekutive zwar formell, aber in Wirklichkeit gibt es nur eine einzige Person. Tatsächlich konnte er gestern offen sagen: ‚Da kommt noch viel mehr‘.
Eine Person tritt an die Stelle des Staatsanwalts und bereitet die Anklageschrift vor. Er kündigt an, dass auf die von ihm vorbereitete Anklageschrift noch weitere folgen werden. In dieser Anklageschrift kann er sagen: ‚Schaut mal, da kommt noch viel mehr‘. Dies zeigt, dass die Justiz nicht unabhängig ist, die Exekutive völlig bankrott ist und das gesetzgebende Organ funktionsunfähig geworden ist. Es verwandelt sich in ein Parlament, das nicht einmal seine eigenen Abgeordneten schützen kann und keine Macht besitzt. Daher ist Erdoğan das Hauptziel in diesem Ein-Mann-Regime. Erdoğan ist derjenige, gegen den man kämpfen muss. Wenn man sich mit dem Ein-Mann-Regime auf eine sogenannte ‚Normalisierung‘ einlässt, gerät man nach einer Weile in dessen Anziehungsbereich und wird wirkungslos.“