Nach Erdbeben bei Eyüpsultan: Gibt es eine versteckte Verwerfungslinie in Istanbul?

Das Erdbeben der Stärke 2,6, das sich heute Mittag in Istanbul ereignete, war trotz seiner geringen Intensität in der ganzen Stadt zu spüren und löste Diskussionen aus. Da das Epizentrum in Eyüpsultan lag und das Beben in der Nähe von Wohngebieten stattfand, wurde die Erschütterung als stärker wahrgenommen als erwartet.

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Experten zufolge hängt die starke Wahrnehmung der Erschütterung eher mit ihrer Lage und Tiefe als mit ihrer Stärke zusammen. Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ob es in Istanbul eine Verwerfungslinie innerhalb des Stadtgebiets gibt.

Während das Beben laut Daten des Kandilli-Observatoriums mit einer Stärke von 2,6 registriert wurde, fanden sich auf der Website der AFAD keine entsprechenden Daten oder Erklärungen.

EINE UNBEKANNTE VERWERFUNGSLINIE?

Dass selbst kleine Erdbeben spürbar sind, hat die Frage „Gibt es eine Verwerfungslinie innerhalb des Stadtgebiets?“ in Istanbul wieder auf die Tagesordnung gebracht. Besonders auffällig war, dass das Beben nicht im Meer, sondern direkt innerhalb der Stadtgrenzen stattfand.

Der Katastrophenmanagement- und Erdbebenexperte Doç. Dr. Bülent Özmen bewertete die technischen Gründe für die Erschütterung sowie die Diskussionen über die Verwerfungsstruktur in Istanbul in einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung Posta.

„KEIN GRUND ZUR PANIK“

Özmen erklärte, dass die Erschütterung aufgrund der Nähe zu Wohngebieten stärker wahrgenommen wurde, und äußerte sich wie folgt:

„Die Erschütterung der Stärke 2,6 war aufgrund ihrer Lage innerhalb der Stadtgrenzen und der Nähe zu Wohngebieten so deutlich spürbar, aber man kann nicht sagen, dass ein Erdbeben dieser Stärke Grund zur Sorge gibt. Andererseits gibt es laut der von der MTA veröffentlichten Karte aktiver Verwerfungen keine aktiven Verwerfungen innerhalb der Stadtgrenzen von Istanbul. Einige akademische Studien deuten jedoch auf einige kartierte, kleinskalige Verwerfungen innerhalb der Stadtgrenzen hin. Wenn wir uns deren bisherige Geschichte ansehen, sehen wir, dass sie keine Erdbeben mit einer Stärke von über 4 produziert haben. Daher können wir auch unter Berücksichtigung historischer Aufzeichnungen sagen, dass die Verwerfungslinien innerhalb der Stadtgrenzen von Istanbul selbst dann, wenn sie kartiert sind, keine Wahrscheinlichkeit aufweisen, Erdbeben mit einer Stärke von über 4 oder 4,5 zu erzeugen.“