Nach Nike könnten weitere globale Marken den Online-Verkauf in der Türkei einstellen

Nach der Einführung neuer Zollbestimmungen für Online-Einkäufe aus dem Ausland wird erwartet, dass nach der US-Sportmarke Nike auch andere Unternehmen ähnliche Schritte unternehmen könnten.

12punto

Die neuen Zollbestimmungen für Online-Einkäufe aus dem Ausland haben dazu geführt, dass ausländische Marken ihre Strategien für die Türkei überdenken. Nach der US-Sportmarke Nike werden nun auch von anderen Marken ähnliche Schritte erwartet. Auch Plattformen wie Temu nehmen Anpassungen an ihren Warenkörben vor.  

Wie Nurdoğan A. Ergün von der Zeitung Dünya Gazetesi berichtet, haben ausländische Marken nach der Neuregelung für Online-Einkäufe aus dem Ausland begonnen, ihre Türkei-Strategien zu überprüfen. Während der erste Schritt von der in den USA ansässigen Sportmarke Nike ausging, erwarten Branchenexperten ähnliche Maßnahmen auch von anderen Marken. Obwohl die Regelung darauf abzielt, inländische Unternehmen zu schützen, herrscht auf Verbraucherseite die Sorge, dass der Wettbewerb im Inland abnehmen und die Preise weiter steigen könnten.

Wie bekannt ist, hat das Handelsministerium eine neue Regelung eingeführt, um die schnell wachsenden Mikro-Importe zu kontrollieren. Dabei wurden sowohl die Steuersätze für Einkäufe aus dem Ausland geändert als auch die Freigrenze für den schnellen Versand von 150 Euro auf 30 Euro gesenkt. Obwohl die Regelung in der Öffentlichkeit aufgrund der zuletzt gestiegenen Einkäufe über die chinesische E-Commerce-Plattform Temu als „Temu-Gesetz“ bezeichnet wird, betrifft sie auch andere Unternehmen.

DER ERSTE SCHRITT KAM VON NIKE

Der erste Schritt gegen die neue Regelung kam von der US-Sportmarke Nike. Das Unternehmen gab letzte Woche bekannt, dass es den Online-Verkauf in der Türkei ausgesetzt habe. Als Grund wurden die jüngsten Änderungen der Zollvorschriften genannt, deren Auswirkungen auf das Einkaufserlebnis derzeit geprüft würden.

Seyhun Özkara, Mitbegründer von İdeaSoft und Mitglied des E-Commerce-Rates der TOBB, wies darauf hin, dass die Zolländerungen des Handelsministeriums zur Kontrolle der Mikro-Importe insbesondere für Marken, die Produkte aus dem Ausland in die Türkei versenden, neue Bedingungen geschaffen haben.

KÖNNTE EINE CHANCE FÜR LOKALE MARKEN SEIN

Özkara erklärte: „Dass Nike die Bestellungen in der Türkei ausgesetzt hat, zeigt, dass diese Regelungen globale Marken dazu veranlassen werden, ihre Türkei-Strategien neu zu bewerten.“ Özkara wies auf die Möglichkeit hin, dass auch andere Marken solche strategischen Schritte unternehmen könnten, und betonte, dass dies in dieser Phase eine Chance für lokale Marken darstellen könnte.