Naci Görür warnt: 'Früher oder später wird es ein schweres Erdbeben geben!' 'Machen wir uns nichts vor...'

Anlässlich des 27. Jahrestages des Marmara-Erdbebens vom 17. August rief Prof. Dr. Naci Görür dazu auf, langfristige Vorbereitungen gegen schwere Erdbeben zu treffen.

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Am 27. Jahrestag des Marmara-Erdbebens vom 17. August 1999 rückte die Erdbebenrealität der Türkei erneut in den Fokus. Der Geowissenschaftler Prof. Dr. Naci Görür betonte in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Kanal, dass die Vorbereitungen auf mögliche schwere Erdbeben nicht aufgeschoben werden dürften.

Görür erinnerte daran, dass die Türkei ein Erdbebenland sei. Da es unmöglich sei, den genauen Zeitpunkt und Ort von Erdbeben vorherzusagen, müsse das Hauptziel darin bestehen, widerstandsfähige Städte und Institutionen zu schaffen, um Menschenleben zu retten.

"FREUNDE, MACHEN WIR UNS NICHTS VOR"

Görür erklärte in seinem Beitrag, dass die Debatten über Erdbeben nicht nur auf einzelne Verwerfungslinien oder Regionen beschränkt bleiben dürften, und forderte einen ganzheitlichen Ansatz zur Erhöhung der Erdbebenresistenz im ganzen Land.

„Freunde, machen wir uns nichts vor. Wir leben in einem Erdbebenland. Früher oder später wird es hier oder dort ein schweres Erdbeben geben und Tausende Menschen werden sterben. Vergessen Sie die Verwerfungslinie, vergessen Sie den Ort: Wenn Sie wollen, dass keine Menschen sterben, machen Sie Ihr Land erdbebensicher und überstehen Sie das Beben mit minimalem Schaden.“

— Prof. Dr. Naci Görür

Laut Görür erfordert die Verringerung des Erdbebenrisikos kein kurzfristiges Handeln, sondern ein langfristiges, institutionelles Arbeitsmodell, das frei von politischen Debatten ist. Er schlug die Gründung eines speziellen Ministeriums vor und argumentierte, dass diese Struktur mindestens 20 Jahre lang ernsthaft arbeiten müsse.

„Die ganze Aufgabe besteht darin, ein Ministerium zu gründen und es mindestens 20 Jahre lang ernsthaft und ohne Politik zu betreiben. Die Türkei hat die Kraft, dies zu tun.“

— Prof. Dr. Naci Görür

Der Beitrag von Görür auf X lautet wie folgt:

"WARNUNG:

Am Montag ist der Jahrestag des Erdbebens vom 17. August. Viele unserer Menschen sind gestorben, viele Gebäude wurden zerstört. Es wurde viel gesagt, viel diskutiert. Neue Häuser wurden gebaut. Als ob sie nie wieder einstürzen würden, als ob es nie wieder ein Erdbeben geben würde.

Freunde, machen wir uns nichts vor. Wir leben in einem Erdbebenland. Früher oder später wird es hier oder dort ein schweres Erdbeben geben und Tausende Menschen werden sterben. Vergessen Sie  die Verwerfungslinie, vergessen Sie den Ort: Wenn Sie wollen, dass keine Menschen sterben, machen Sie Ihr Land ERDBEBENSICHER und überstehen Sie das Beben mit minimalem Schaden. Die ganze Aufgabe besteht darin, ein Ministerium zu gründen und es mindestens 20 Jahre lang ernsthaft und ohne Politik zu betreiben. Die Türkei hat die Kraft, dies zu tun. Auf Wiedersehen."


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Das Marmara-Erdbeben vom 17. August 1999 gilt als eine der schwersten Katastrophen in der jüngeren Geschichte der Türkei. Das Beben, das zu großen Verlusten an Menschenleben und Eigentum führte, war ein entscheidender Wendepunkt für die Themen Gebäudesicherheit und Katastrophenmanagement.

Die Türkei hat in den vergangenen Jahren in verschiedenen Regionen zahlreiche Erdbeben erlebt. Die Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş am 6. Februar 2023 haben die lebenswichtige Bedeutung von Katastrophenvorsorge, Gebäudesicherheit und institutioneller Kapazität erneut verdeutlicht.