'Nächtliches Staubsaugen und schnelles Fahren' als Scheidungsgrund

In Istanbul hat der seit neun Monaten verheiratete Emre E. die Scheidung von seiner Ehefrau Feyza K.E. eingereicht. Er begründet dies damit, dass sie durch spätes Staubsaugen die Nachbarn gestört und ihn durch ihre riskante Fahrweise gefährdet habe.

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In Istanbul sorgt der Scheidungsprozess zwischen dem Techniker Emre E. und seiner Ehefrau, der Innenarchitektin Feyza K.E., für Aufsehen. Neun Monate nach der Hochzeit reichte Emre E. beim zuständigen Familiengericht in Anatolien die Scheidung ein. In der Klageschrift führt er das nächtliche Reinigen der Wohnung sowie riskantes Fahren als Gründe an und fordert 200.000 Lira Schmerzensgeld sowie 300.000 Lira materiellen Schadensersatz.

'DU DENKST IMMER NUR AN ANDERE'

In der Klageschrift behauptet Emre E., seine Frau Feyza K.E. habe sich rücksichtslos gegenüber den Nachbarn verhalten. Seinen Angaben zufolge habe sie trotz der Bitten der Untermieter, nachts nicht zu putzen, weiterhin den Staubsauger benutzt. Als er sie darauf ansprach, sei es zu einem Streit gekommen, bei dem sie ihm vorwarf: „Du denkst immer nur an andere.“

Zudem wird in der Klageschrift angeführt, dass Feyza K.E. aus Eifersucht am Steuer zu schnell gefahren sei, was sowohl ihre eigene Sicherheit als auch die ihres Ehemannes gefährdet habe.

WIR KONNTEN KEINEN ECHTEN SCHEIDUNGSGRUND FINDEN 

Ümit Erdoğan, der Anwalt von Feyza K.E., erklärte in der Antwort auf die Klageschrift, dass die vorgebrachten Gründe keinen echten Scheidungsgrund darstellten. Erdoğan betonte: „Diese Vorwürfe wirken eher wie Ausreden als wie ein Scheidungsgrund. Meine Mandantin ist berufstätig, es ist völlig normal, dass sie nach der Arbeit am Abend den Haushalt macht.“

'SIE WILL SICH NICHT SCHEIDEN LASSEN'

Erdoğan erklärte weiter, dass seine Mandantin sich nicht scheiden lassen wolle und ihren Ehemann liebe: „Der Ehemann hatte die Scheidung eingereicht, aber da meine Mandantin die Ehe nicht beenden möchte, haben wir unsere Antwortklage entsprechend eingereicht.“

DER PROZESS DAUERT AN

In dem im September letzten Jahres eingeleiteten Scheidungsverfahren fanden bisher drei Verhandlungstermine statt, ein Urteil wurde jedoch noch nicht gefällt. Der Rechtsstreit wird weiterhin kontrovers geführt.