Necati Arabacı festgenommen

Der Anführer einer organisierten kriminellen Vereinigung, Coşkun Necati Arabacı, der im Rahmen einer laufenden Untersuchung in Izmir festgenommen wurde, ist nach seiner Vorführung beim Haftrichter inhaftiert worden.

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Teams der Abteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität der Polizeidirektion Izmir erhielten nachrichtendienstliche Informationen darüber, dass Coşkun Necati Arabacı, der als Gründer und Anführer einer organisierten kriminellen Vereinigung gilt, in die Türkei einreisen werde. Daraufhin wurden am 5. Oktober unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen eine Operation am Flughafen Adnan Menderes durchgeführt. Arabacı, der aus der serbischen Hauptstadt Belgrad nach Izmir kam, wurde von den Einsatzkräften festgenommen.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde Arabacı der Justiz überstellt. Er wurde dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete, woraufhin Arabacı in ein Gefängnis überführt wurde.

WER IST NECATİ ARABACI?

Arabacı, der in Anlehnung an den Film „Der Pate“ (türkisch: „Baba“) mit Beinamen wie „Pate von Köln“ oder „Höllen-Necati“ bezeichnet wird, ist als Krimineller bekannt, der in Deutschland wegen verschiedener Straftaten verurteilt wurde und Haftstrafen verbüßte.

Arabacı wurde 1972 in Köln als Kind einer türkischen Einwandererfamilie geboren; über seine Familie liegen kaum Informationen vor. Als einer der Anführer der europaweit in Gewaltverbrechen verwickelten Motorradgang Hells Angels erregte Arabacı erstmals in den 90er Jahren die Aufmerksamkeit der deutschen Behörden. Angeblich verschaffte sich Arabacı durch seine Verbindungen zu Sicherheitskräften, die den Hells Angels nahestanden, Einfluss im Kölner Rotlichtmilieu.

Es wird behauptet, dass Arabacı in dieser Zeit durch Aktivitäten in verschiedenen Bordellen, wie dem „Babylon“ in der Nähe von Köln (Elsdorf) und dem „Wiago“ in Leverkusen, sowie durch weitere Betriebe auf Mallorca ein Vermögen anhäufte. Laut Berichten in der deutschen Presse soll er später über Strohmänner zahlreiche weitere Bordelle erworben und seinen Einfluss auf Frankfurt und das Ruhrgebiet ausgeweitet haben.

In den 2000er Jahren wurde Arabacı jedoch 2002 festgenommen und 2004 wegen „Führung einer kriminellen Vereinigung, Zwangsprostitution, Menschenhandel und Raub“ zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt.

Während seiner Inhaftierung in der Justizvollzugsanstalt Bochum bestand zudem der Verdacht, dass Arabacı einen Plan zur Ermordung des zuständigen Staatsanwalts geschmiedet habe. Aufgrund mangelnder Beweise konnten diese Vorwürfe jedoch nicht weiter verfolgt werden. Nach Verbüßung eines Drittels seiner Strafe wurde Arabacı 2007 unter der Auflage, nicht nach Deutschland zurückzukehren, in die Türkei abgeschoben.

Trotz seiner Abschiebung aus Deutschland blieb Arabacıs Einfluss im Land bestehen. Im Jahr 2010 wurde er als „Präsident der Hells Angels MC Nomads Türkei“ anerkannt und baute laut Medienberichten „sein Netzwerk durch Bordelle und Sexarbeiterinnen in ganz Europa aus“.

Sicherheitsbehörden vermuten zudem, dass Arabacı in den Drogenhandel verwickelt ist und mit Heroin aus Südamerika ein Vermögen verdient hat.

Die Hells Angels Motorcycle Club (HAMC) ist eine europaweit verbreitete Organisation. Arabacı gilt als der europaweite Chef des Clubs, dessen Mitglieder sich selbst Hells Angels nennen. Der 1948 gegründete und in 32 Ländern aktive Club wurde in den Niederlanden verboten, da er häufig mit kriminellen Vorfällen in Verbindung gebracht wurde.

Gegen Arabacı wurde 2015 ein EU-weiter Haftbefehl erlassen; 2018 wurde er in der Türkei festgenommen, jedoch aufgrund mangelnder Beweise wieder freigelassen.

Im Jahr 2023 trat Arabacı bei der Beschneidungsfeier des Sohnes des kriminellen Anführers Ayhan Bora Kaplan in Erscheinung. Kaplan, der wegen zahlreicher Straftaten wie „Gründung und Führung einer bewaffneten kriminellen Vereinigung“ und „vorsätzlicher Körperverletzung“ zu insgesamt 68 Jahren Haft verurteilt wurde, erhielt von Arabacı für seinen Sohn eine Kette mit zahlreichen Goldmünzen.

Zuvor war bekannt geworden, dass Arabacı in der Slowakei aufgrund einer Ausschreibung Deutschlands im Schengener Informationssystem festgenommen worden war. Nach seiner Aussage wurde er unter der Auflage freigelassen, das Land innerhalb von 30 Tagen zu verlassen.