Netanjahu im Kreuzverhör: Ganze 1788 Mal wiederholt
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde erstmals im Rahmen des Korruptionsprozesses gegen ihn ins Kreuzverhör genommen. In der Akte Nummer 1000, in der es um luxuriöse Geschenke eines Hollywood-Produzenten geht, fiel auf, dass Netanjahu 1788 Mal mit „Ich erinnere mich nicht“ auf die Fragen des Staatsanwalts antwortete.
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde am vergangenen Dienstag erstmals im Rahmen der Korruptionsverfahren gegen ihn ins Kreuzverhör genommen. Bei der Anhörung vor dem Bezirksgericht Jerusalem antwortete Netanjahu 1788 Mal mit „Ich erinnere mich nicht“ auf die Fragen des Staatsanwalts. Laut einem Bericht der Jerusalem Post sorgte seine Reaktion auf die detaillierten Fragen des Staatsanwalts während des Verhörs für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit.
„AKTE NUMMER 1000“: LUXUSGESCHENKE IM FOKUS
Der Schwerpunkt des Kreuzverhörs lag auf dem Fall, der in der Öffentlichkeit als „Akte Nummer 1000“ bekannt ist. In dieser Akte wird Netanjahu vorgeworfen, luxuriöse Geschenke im Gesamtwert von 195.000 Dollar – darunter teure Zigarren, Champagner und Schmuck im Wert von etwa 3.100 Dollar für seine Ehefrau Sara Netanjahu – vom Hollywood-Produzenten Arnon Milchan und dem australischen Milliardär James Packer angenommen zu haben.
Netanjahu, der den Fragen des Staatsanwalts Yonatan Tadmor auswich, verteidigte sich mit den Worten: „Jeder kann von Zeit zu Zeit Dinge vergessen, selbst ich kann Gedächtnislücken haben.“ Nach dem Kreuzverhör bezeichnete Netanjahu das Gerichtsverfahren als „einen Witz“.
EIN HISTORISCHER PROZESS
Netanjahu ist der erste israelische Ministerpräsident, der während seiner Amtszeit vor Gericht steht. Am 21. November 2019 hatte der israelische Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit die Eröffnung eines Verfahrens in drei separaten Fällen beantragt. Zu den Vorwürfen gehören schwerwiegende Anklagepunkte wie Bestechlichkeit, Amtsmissbrauch zum persönlichen Vorteil und Vertrauensbruch.
Die erste Anhörung fand am 24. Mai 2020 vor dem Bezirksgericht Jerusalem statt. Netanjahu steht in drei verschiedenen Korruptionsfällen vor Gericht, die öffentlich als „1000“, „2000“ und „4000“ bezeichnet werden. Diese Fälle decken ein breites Spektrum ab, das von seinen Beziehungen zu Medienmogulen bis hin zu Sondervergünstigungen für politische Zwecke reicht.