Neue Ära in Restaurants: Freiwilliges Trinkgeldsystem ersetzt obligatorische Gedeckgebühr
Nach dem Verbot von Gedeck- und Servicegebühren in Restaurants wurde ein freiwilliges Trinkgeldsystem eingeführt. Kunden können nun über das POS-Gerät einen Prozentsatz für das Trinkgeld festlegen, wodurch Steuerverluste vermieden werden und Unternehmen rechtliche Sicherheit erhalten.
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Mit einer neuen Regelung für Restaurants, die das Erheben von Gedeck- und Servicegebühren untersagt, wurde ein freiwilliges Trinkgeldsystem eingeführt. Bei diesem System kann der Kunde den Trinkgeldbetrag selbst bestimmen und direkt über das POS-Gerät bezahlen, wodurch Steuerverluste vermieden werden.
NEUES SYSTEM: FREIWILLIGES TRINKGELD
Gemäß der neuen Regelung haben Restaurants, für die ein Verbot von Gedeck- und Servicegebühren gilt, das im Ausland weit verbreitete System des "freiwilligen Trinkgelds" umgesetzt. In diesem System finden Kunden auf ihren Rechnungen den Hinweis "No service fee", was bedeutet: "Keine obligatorische Gedeckgebühr, keine Servicegebühr". Aufmerksame Kunden bemerken jedoch am unteren Rand der Rechnung Prozentsätze wie 8, 10 oder 15 Prozent. Diese Sätze bieten die Option, dem Restaurant ein Trinkgeld zu geben. Kunden können den gewählten Prozentsatz am POS-Gerät eingeben und das Trinkgeld somit offiziell bezahlen.
Restaurants, die auf das freiwillige Trinkgeldsystem umgestellt haben, sichern sich damit sowohl rechtlich ab als auch eine Plattform, auf der ihre Mitarbeiter Trinkgelder offiziell erhalten können. Da das Trinkgeld nicht mehr wie früher bar, sondern direkt über das POS-Gerät gezahlt wird, entfallen Steuerverluste und informelle Zahlungen werden unterbunden. Diese Praxis, die sich in kurzer Zeit verbreitet hat, wird von einigen Kunden positiv aufgenommen, während andere argumentieren, dass die Gedeckgebühr lediglich unter einem anderen Namen zurückgekehrt sei.
Unterstützende Kunden äußern sich dazu: „Es ist wichtig, dass es hier keine Verpflichtung gibt, wie es bei den Gedeck- und Servicegebühren der Fall war. Da es freiwillig ist, geben wir es, wenn wir wollen, und wenn nicht, dann lassen wir es.“ Im Vergleich zur alten obligatorischen Gedeckgebühr findet das Modell des freiwilligen Trinkgelds mehr Akzeptanz.
EINST EINE DER WICHTIGSTEN EINNAHMEQUELLEN
Branchenvertretern zufolge war die Gedeckgebühr insbesondere in Großstädten und touristischen Regionen eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle für Restaurants. In Städten wie Istanbul, Bodrum oder Antalya beliefen sich die Gedeckgebühren auf 50 bis 250 TL pro Person, was jährlich eine Wirtschaftskraft in Milliardenhöhe darstellte. Es wurde jedoch schon lange kritisiert, dass der Großteil der Gedeckgebühren nicht bei den Kellnern ankam, sondern in den Umsatz des Unternehmens floss. Zudem wurden Preiserhöhungen, die nicht direkt auf die Speisekarte übertragen werden konnten, über die Gedeckgebühr kompensiert.
KEINE OBLIGATORISCHE GEDECKGEBÜHR DURCH NEUE VERORDNUNG
Mit der neuen Verordnung sind Restaurants nur noch für die Kosten der tatsächlich bestellten Speisen und Getränke verantwortlich. Für Gedeckartikel, die ohne Aufforderung durch den Verbraucher auf den Tisch gestellt werden, darf keine Gebühr verlangt werden. Dies bietet Unternehmen die Möglichkeit, freiwilliges Trinkgeld zu erhalten, ohne dass es zu Steuerverlusten kommt.
HOHE GELDSTRAFEN DROHEN
Mit der im Amtsblatt veröffentlichten neuen Verordnung ist es Betrieben wie Gaststätten, Cafés, Restaurants und Konditoreien untersagt, zusätzliche Gebühren unter Bezeichnungen wie Servicegebühr, Gedeckgebühr, Tischgebühr oder ähnlichem zu erheben. Unternehmen, die sich nicht an diese Regeln halten, müssen mit Geldstrafen von bis zu 1 Million 439 Tausend Lira rechnen.