Neue Anklageschrift gegen Seçil Erzan: Sie nannte zwei Namen und erhob Vorwürfe wegen Wuchers
Gegen Seçil Erzan, die im Fall des sogenannten „Fatih-Terim-Fonds“ – einem Betrugsfall mit hochverzinsten Devisenfonds – in Untersuchungshaft sitzt, wurde eine neue Anklageschrift verfasst. In derselben Anklageschrift werden auch zwei Personen, die Erzan des Wuchers beschuldigt hat, wegen „Wuchers“ angeklagt.
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Im Fall des sogenannten Fatih-Terim-Fonds, einem Betrugsfall mit hochverzinsten Devisenfonds, gibt es eine neue Entwicklung bezüglich der in Untersuchungshaft sitzenden Seçil Erzan.
'WUCHERER' WURDEN ZU NEBENKLÄGERN
Wie Fahrettin Öztürk von der Zeitung Cumhuriyet berichtet, läuft das Verfahren gegen Seçil Erzan vor dem 41. Schwurgericht in Istanbul weiter, während die Ermittlungen der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft ebenfalls andauern. Im Lichte neuer Anzeigen und Beweise wurden in der von der Staatsanwaltschaft erstellten neuen Anklageschrift auch Mojtaba Haghani und Hüseyin Aslan, denen Seçil Erzan vorwirft, durch 'Wucher' hohe Geldbeträge von ihr gefordert zu haben, als 'Nebenkläger-Beschuldigte' aufgenommen.
'SIE HAT SIE GETÄUSCHT UND GELD ERHALTEN'
Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrer Bewertung fest, dass Seçil Erzan die Nebenkläger-Beschuldigten Haghani und Aslan getäuscht habe, indem sie ihnen vorgaukelte, es gäbe einen speziellen Fonds innerhalb der Denizbank mit hohen Renditen. Sie habe sie dazu überredet, Geld in diesen Fonds zu investieren, und dabei 200.000 Dollar von Haghani sowie 2 Millionen Dollar von Aslan erschlichen. In der Anklageschrift heißt es, dass die Beziehung zwischen den Parteien im weiteren Verlauf über eine reine Bankkunden-Beziehung hinausgegangen sei und Seçil Erzan bei dringendem Kreditbedarf gegen Gewinnversprechen Geld von Haghani und Aslan geliehen habe.
'ER WUSSTE ES, ABER VERLIEH GELD GEGEN ZINSEN'
Diesbezüglich wird in der Anklageschrift zitiert, dass Erzan folgende Aussagen machte: "Süleyman Aslan ist ein großer Wucherer. Er hat von mir bis heute mehrfach Zinsen gegen Geld verlangt. Von dem Wucherer namens Süleyman Aslan habe ich zusammen mit Moci 10 Millionen TL erhalten. Ich habe es als 14 Millionen TL zurückgezahlt." Über Mojtaba Haghani sagte sie: "Moci wusste, dass die Gelder, die er mir gab, niemals legal bei der Bank angelegt wurden. Trotzdem brachte er mir von Zeit zu Zeit Geld und holte es in kurzer Zeit mit 40 Prozent Zinsen zurück."
SIE HAT DAS KAPITAL NICHT ZURÜCKERHALTEN
In der Anklageschrift wird zudem festgehalten, dass Mojtaba Haghani erklärte, Seçil Erzan habe sich 10 Millionen TL von Aslan geliehen, die mit 14 Millionen TL zurückzuzahlen waren. Er habe dieses Geld persönlich entgegengenommen und zu Erzan nach Hause gebracht. Er gab an, dass Erzan ihm zwar gelegentlich 100.000 Dollar gegeben habe, er aber sein eigenes Kapital in Höhe von 200.000 Dollar nicht zurückerhalten habe. Zudem wird in der Anklageschrift vermerkt, dass auch Süleyman Aslan erklärte, Erzan mehrfach hohe Geldbeträge gegeben zu haben. Beide Nebenkläger-Beschuldigten wiesen die gegen sie erhobenen Vorwürfe in ihren Aussagen in der Anklageschrift zurück.
ANZAHL DER NEBENKLÄGER UND ANGEKLAGTEN WIRD STEIGEN
Die Staatsanwaltschaft fordert für Seçil Erzan wegen des Vorwurfs des "qualifizierten Betrugs" gegenüber Mojtaba Haghani und Süleyman Aslan eine Freiheitsstrafe von 3 bis 10 Jahren. Für die Nebenkläger-Beschuldigten Mojtaba Haghani und Süleyman Aslan wird jeweils eine Freiheitsstrafe von 2 bis 6 Jahren wegen "Wuchers" gefordert. Sollte die neue Anklageschrift mit dem Antrag auf Zusammenlegung vom Gericht angenommen werden, wird sich sowohl das Strafmaß für Seçil Erzan erhöhen als auch die Anzahl der Nebenkläger und Angeklagten in dem Fall steigen.
MEHR ALS 300 JAHRE HAFT GEFORDERT
Gegen die ehemalige Filialleiterin der Denizbank in Florya, Seçil Erzan, wird wegen des Vorwurfs, 29 Personen – darunter prominente Namen wie Fatih Terim, Arda Turan, Fernando Muslera und Emre Belözoğlu – mit dem Versprechen auf einen hochverzinsten geheimen Fonds um 25 Millionen Dollar und 7.384.000 Lira betrogen zu haben, eine Haftstrafe von über 300 Jahren wegen "Urkundenfälschung" und "qualifizierten Betrugs" gefordert.