Neue Aufnahmen im Fall Aynur Kanbur aufgetaucht: Vor 10 Jahren ermordet
In den 4.000 Stunden Videomaterial, die von der Polizei im Zusammenhang mit dem vor 10 Jahren in Şişli verübten Mord an Aynur Kanbur ausgewertet wurden, sind Momente zu sehen, in denen der Tatverdächtige das Haus von Kanbur auskundschaftete und nach der Tat floh.
İHA
Der Vorfall ereignete sich am 24. März 2016 gegen 20.00 Uhr in der Narçiçeği-Straße im Stadtteil Fulya in Şişli. Die 49-jährige Aynur Kanbur, Mitglied der Tanzgruppe „Mezdeke“, wurde vor der Eingangstür ihres Wohnhauses von einem unbekannten Mann durch mehrere Schüsse getötet. Die am Tatort gefundenen Patronenhülsen konnten trotz der verstrichenen Zeit keinem anderen Vorfall oder einer anderen Waffe zugeordnet werden.
Im Jahr 2017 wurde auf Antrag der Schwester von Aynur Kanbur eine Untersuchung gegen deren Verwandte Fazlı K., Serdar K. und Yüksel K. eingeleitet. Nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass die Verdächtigen Aynur Kanbur in der Vergangenheit mit den Worten „Aus unserer Familie kommt keine Tänzerin“ bedroht hatten, wurden die HTS-Aufzeichnungen rückwirkend überprüft.
Nach der Gründung der Abteilung für die Untersuchung ungeklärter Verbrechen innerhalb des Justizministeriums wurde der Fall Aynur Kanbur erneut aufgerollt. Die Mordkommission der Istanbuler Sicherheitsdirektion nahm die Ermittlungen wieder auf.
Im Zuge der von der Mordkommission geführten Ermittlungen kamen neue Details ans Tageslicht. Es wurde bekannt, dass die Polizei ein spezielles Team gebildet hatte, um den Verdächtigen ausfindig zu machen, und schließlich auf eine Aufnahme einer Überwachungskamera in Mecidiyeköy stieß. Nachdem die Polizei das Profil des Täters, der eine Mütze trug, erstellt hatte, führte sie monatelange Untersuchungen durch, um festzustellen, wo er in den Metrobus eingestiegen war. Ein sechsköpfiges Spezialteam der Mordkommission wurde ausschließlich mit dieser Aufgabe betraut und wertete 4.000 Stunden Videomaterial aus.
Detail in der Zeitlupe der Überwachungskamera
Ein wichtiges Detail des Vorfalls kam durch die Zeitlupenanalyse der Überwachungskameraaufnahmen ans Licht. Die Mordermittler stellten fest, dass der Verdächtige mit der Mütze von der Metrobus-Station Avcılar in Richtung Mecidiyeköy gefahren war. Daraufhin überprüfte die Polizei alle männlichen Personen, die an dieser Station in den Metrobus eingestiegen waren. 1.700 Personen im Alter zwischen 16 und 50 Jahren wurden anhand der AKBİL-Aufzeichnungen einzeln untersucht. Als Ergebnis dieser Arbeiten wurde Bülent G. identifiziert, bei dem es sich um einen Verwandten der ermordeten Aynur Kanbur handelt. Es wurde festgestellt, dass die Bewegungen des Verdächtigen mit dem Profil des Mörders übereinstimmten.
Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erließ Haftbefehle gegen Bülent G., der als mutmaßlicher Täter gilt, sowie gegen Fazlı K. und Serdar K., denen Anstiftung zum Mord vorgeworfen wird. Bei einer koordinierten Operation der Sicherheitsdirektion wurden die drei Verdächtigen festgenommen.
„Die Leute haben sich jahrelang über uns lustig gemacht, weil sie als Tänzerin arbeitete; ich hielt es nicht mehr aus und beschloss, sie zu töten“
Der festgenommene Bülent G. gestand in seiner ersten Aussage bei der Polizei, den Mord begangen zu haben. Es wurde mitgeteilt, dass Bülent G. auch in seiner in Anwesenheit eines Anwalts aufgenommenen Aussage zugab, Aynur Kanbur getötet zu haben, und den Vorfall im Detail schilderte. Der Verdächtige soll gesagt haben: „Sie war unsere Verwandte. Die Leute haben sich jahrelang über uns lustig gemacht, weil sie als Tänzerin arbeitete. Am Ende hielt ich es nicht mehr aus und beschloss, sie zu töten.“
„Dann habe ich an der Tür geklingelt und gesagt, ich sei vom Kurierdienst. Sobald sie die Tür öffnete, schoss ich auf sie und floh zu Fuß vom Tatort.“
Bülent G. erklärte, er habe am Tag des Vorfalls seine Waffe mitgenommen und sei in Avcılar in den Metrobus gestiegen: „Ich bin bis vor ihr Haus gelaufen. Ich habe eine Weile gewartet. Dann habe ich an der Tür geklingelt und gesagt, ich sei vom Kurierdienst. Sobald sie die Tür öffnete, schoss ich auf sie und floh zu Fuß vom Tatort. Ich bin bis nach Beşiktaş gelaufen. Nachdem ich die Waffe dort ins Meer geworfen hatte, kehrte ich nach Hause zurück.“
Es stellte sich heraus, dass der Verdächtige Bülent G., der angab, mit dem Opfer Aynur Kanbur verwandt zu sein und die Tatwaffe im Meer entsorgt zu haben, bereits wegen „Körperverletzung“ und „unerlaubten Waffenbesitzes“ polizeilich in Erscheinung getreten war.
Überwachungskameraaufnahmen aufgetaucht
Auf den nun veröffentlichten Aufnahmen der Überwachungskameras ist zu sehen, wie der Verdächtige in Mecidiyeköy aus dem Metrobus aussteigt und in Richtung des Hauses von Aynur Kanbur geht, wo er den bewaffneten Angriff verübte. Es wurde festgestellt, dass der Verdächtige, der nach dem Angriff zu Fuß vom Tatort floh, auch auf dem Weg nach Beşiktaş von Überwachungskameras gefilmt wurde.
Aynur Kanbur cinayetinde yeni görüntüler ortaya çıktı:
— 12punto (@12puntocomtr) June 9, 2026
10 yıl önce öldürüldühttps://t.co/Uqh9L3hV3p pic.twitter.com/OqftW6djai