Neue Entwicklung im Aufzugunglück, bei dem Zeren Ertaş ums Leben kam! Sicherheitseinrichtung war deaktiviert

Im Gutachten zum Aufzugunglück in einem Wohnheim in Aydın, bei dem die Studentin Zeren Ertaş ums Leben kam, wird festgestellt, dass die Wartungsfirma die Sicherheitseinrichtung (UCM), die den Aufzug bei einer bestimmten Entfernung vom Stockwerk zum Stillstand bringen sollte, deaktiviert hatte. Die Firma trägt daher die Hauptschuld an dem tödlichen Unfall.

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In Aydın wurde bekannt, dass bei dem Aufzugunglück, bei dem eine Studentin ums Leben kam, eine Sicherheitsvorrichtung deaktiviert worden war. 

Der Bericht der Sachverständigen, die im Rahmen der von der Generalstaatsanwaltschaft Aydın geführten Ermittlungen zum Aufzugunglück vom 25. Oktober im Güzelhisar-Studentinnenwohnheim beauftragt wurden, wurde der Staatsanwaltschaft übergeben.

Dem Bericht zufolge ergaben Untersuchungen einen Tag nach dem Vorfall, dass die Vorrichtung, die die Kabine des mit einer blauen Plakette versehenen Aufzugs an den Schienen verankert und einen Absturz verhindert hätte, nicht ausgelöst wurde. Zudem wurde festgestellt, dass die Einrichtung zur Verhinderung unkontrollierter Bewegungen (UCM) sowohl softwareseitig über die Steuerungskarte als auch mechanisch über den Geschwindigkeitsregler deaktiviert worden war.

"SICHERHEITSAUSRÜSTUNG WAR DEAKTIVIERT"

In dem Bericht, in dem es heißt, dass nach detaillierten Untersuchungen und Tests des Aufzugs keine abschließende und eindeutige Schlussfolgerung zu den genauen Ursachen des Unfalls gezogen werden konnte, wurden folgende Aussagen getroffen:

"Aufgrund der unzureichenden Leistung der Spule der elektromechanischen Bremse, die den Stillstand der Kabine auf den Etagen gewährleisten soll, war einer der Bremsbeläge so stark abgenutzt, dass er seine Funktion nicht mehr erfüllen konnte. Zudem führte eine nicht korrekte Halblast-Ausbalancierung zu einer zusätzlichen Belastung von Maschine und Bremse. Als 16 Personen die Kabine im Erdgeschoss betraten, konnte die Bremse die Last nicht halten, wodurch die Kabine nach unten rutschte. Da das UCM-System zuvor deaktiviert worden war, wurde eine Person zwischen der Kabine und dem Aufzugsschacht eingeklemmt und verlor ihr Leben.

Das deaktivierte UCM-System ist eine eigenständige Sicherheitsvorrichtung, die eine unkontrollierte Bewegung der Kabine bei geöffneten Türen verhindert; keine andere im Aufzug vorhandene Sicherheitsvorrichtung kann die Aufgabe des UCM übernehmen.

Trotz der Defekte, die zum Unfall führten, hätte der Aufzug bei funktionierendem UCM-System an den Schienen arretiert werden können, sobald er sich ein Stück bewegt hätte. Dadurch wäre ein Spalt verhindert worden, der breit genug war, um eine Person zwischen Kabine und Etagentür oder Wand einzuklemmen."

HAUPTSCHULD BEI DER WARTUNGSFIRMA

In dem Bericht, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Wartungsprotokolle und Aufzeichnungen über den Austausch von Ersatzteilen nicht ordnungsgemäß geführt wurden, heißt es: "Wir sind der Ansicht, dass die Firma, die die Wartungsarbeiten an dem Aufzug durchführte, die Hauptschuld an dem tödlichen Unfall trägt, da sie die UCM-Einrichtung deaktivierte, die Wartung und Einstellung der elektromechanischen Bremse unterließ und die Wartungsarbeiten nicht gemäß den einschlägigen Vorschriften durchführte."

"AUFZÜGE SIND UNZUREICHEND"

In dem Bericht wird zudem bewertet, dass bei einer Berechnung des Aufzugsverkehrs für das Wohnheim, das für insgesamt 584 Studierende konzipiert wurde, zwei Aufzüge für 16 Personen als unzureichend erachtet werden. Über die Firma, die für Design, Montage und Inverkehrbringung des Aufzugs verantwortlich war, heißt es: "Wir sind der Ansicht, dass sie eine Teilschuld an dem tödlichen Unfall trägt, da sie die Designberechnungen fehlerhaft durchführte und die Halblast-Ausbalancierung des Gegengewichts falsch berechnete, was zu einer Überlastung der Maschinenbremse führte."

WOHNHEIMVERWALTUNG HATTE KEINE ARBEITSSCHUTZSCHULUNGEN DURCHGEFÜHRT

Im Bericht wird zudem festgehalten, dass die Güzelhisar-Studentinnenwohnheimverwaltung den Mitarbeitern keine grundlegenden Arbeitsschutzschulungen angeboten, kein Umbauprojekt für die technischen Anforderungen des erweiterten Wohnheims erstellt und das Wartungsbuch des Aufzugs nicht aufbewahrt hat. Da die Verwaltung trotz wiederholter Störungsmeldungen (laut Aussagen nach dem Unfall gab es häufige Defekte und Personen blieben in der Kabine stecken) keine Maßnahmen ergriff, habe sie das Unfallrisiko erhöht und trage daher eine Teilschuld.

WAS WAR PASSIERT?

Am 25. Oktober kam die 22-jährige Zeren Ertaş, Studentin an der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften der Adnan-Menderes-Universität, bei einem Aufzugabsturz im Güzelhisar-Studentinnenwohnheim ums Leben.

Im Zuge der Ermittlungen wurden der Verantwortliche der Aufzugswartungsfirma, M.B., der Inhaber der Montagefirma, H.T., sowie zwei Ingenieure festgenommen.