Neue Entwicklung im Auslieferungsverfahren von Eylem Tok an die Türkei

Eylem Tok, die ihren Sohn Timur Cihantimur nach dem tödlichen Unfall von Oğuz Murat Aci, den dieser mit einem Fahrzeug ohne Führerschein verursacht hatte, in die USA brachte, erschien erneut vor Gericht. Die Familie von Aci erklärte in einem Brief an das Gericht: „Gerechtigkeit sollte nichts sein, dem man durch geografische Distanzen oder durch das Verstecken jenseits von Grenzen entkommen kann.“

İHA

Eylem Tok, die Mutter des 17-jährigen Timur Cihantimur, der am 1. März in Istanbul mit einem Fahrzeug, das er ohne Führerschein fuhr, den Tod von Oğuz Murat Aci verursachte, erschien erneut vor Gericht im Rahmen des Verfahrens zu ihrer Auslieferung an die Türkei.

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall in Istanbul hatte Eylem Tok ihren 17-jährigen Sohn Timur Cihantimur in die USA gebracht. Nach ihrer Festnahme in Boston auf Ersuchen der Türkei wurde nun im Auslieferungsverfahren erneut entschieden, dass Eylem Tok in Haft bleibt.

Tok erschien zum dritten Mal zu einer „Auslieferungsanhörung“ im John Joseph Moakly-Gerichtsgebäude in Boston.

Während der etwa 1 Stunde und 40 Minuten dauernden Anhörung betonte die Staatsanwaltschaft, dass die Schuld von Eylem Tok in der Türkei durch die Flucht ihres Sohnes ins Ausland nach dem Unfall als erwiesen gelte.

Die Verteidigung hingegen argumentierte, dass Tok zuvor in der Türkei keinerlei Vorstrafen hatte und dass ihre Tat nach türkischem Strafrecht eine Freiheitsstrafe von weniger als einem Jahr vorsehe, weshalb eine Auslieferung gemäß dem Abkommen zwischen den beiden Ländern nicht zwingend erforderlich sei.

Richter Donald J. Jabell erklärte, dass das Verfahren aufgrund der von beiden Seiten vorgebrachten Details zu lange dauere. Er forderte die Parteien auf, ihre heutigen Plädoyers innerhalb einer Woche in einer Zusammenfassung von maximal 8 Seiten einzureichen, und ordnete die Fortdauer der Haft von Tok an.