Neue Entwicklung im Fall Sinan Ateş: Ülkü-Ocakları-Funktionär wegen Bedrohung des Generalstaatsanwalts festgenommen

Im Rahmen der Ermittlungen zum Mord an Sinan Ateş wurde der stellvertretende Vorsitzende der Ülkü Ocakları, Mert Kerim Ejder, festgenommen, weil er den Generalstaatsanwalt von Ankara und den ermittelnden Staatsanwalt bedroht haben soll. Zudem wurde bekannt, dass der Mordverdächtige Tolgahan Demirbaş mit Olcay Kılavuz telefoniert hatte.

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Die Generalstaatsanwaltschaft Ankara hat im Zuge der Ermittlungen zur Ermordung des ehemaligen Vorsitzenden der Ülkü Ocakları, Sinan Ateş, neue Details bekannt gegeben.

Wie Alican Uludağ von DW Türkçe berichtet, ist ein verdächtiger Anruf des damaligen MHP-Abgeordneten für Mersin, Olcay Kılavuz, der im Mordfall Ateş als Verdächtiger geführt wird, nach der Tat ans Licht gekommen. Olcay Kılavuz, der bei den Wahlen am 14. Mai sein Abgeordnetenmandat verlor, wurde beschuldigt, den ehemaligen Ülkü-Ocakları-Funktionär Tolgahan Demirbaş in seinem Haus versteckt zu haben. Es wurde jedoch bekannt, dass sich die Vorwürfe gegen Kılavuz nicht darauf beschränken. Das Telefon von Tolgahan Demirbaş, der in einem von Kılavuz genutzten Haus in Ankara-Bağlıca festgenommen wurde, war beschlagnahmt worden. Die Untersuchung ergab, dass Demirbaş nach dem Mord ein FaceTime-Telefonat mit Olcay Kılavuz geführt hatte und sich anschließend zu Kılavuz begeben hatte.

Andererseits wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft auch eine spezielle Untersuchung zu der Debatte führt, ob Tolgahan Demirbaş tatsächlich im Haus von Olcay Kılavuz festgenommen wurde. In seiner ergänzenden Aussage gab Demirbaş an, nicht im Haus von Kılavuz festgenommen worden zu sein. Es heißt, die Staatsanwaltschaft könnte in naher Zukunft die Polizisten der Mordkommission, die Demirbaş festgenommen haben, als Zeugen vernehmen.

ÜLKÜ-OCAKLARI-FUNKTIONÄR WEGEN BEDROHUNG DES GENERALSTAATSANWALTS ANGEKLAGT

Unterdessen wurden zwei Personen festgenommen, weil sie den Generalstaatsanwalt von Ankara, Ahmet Akça, der die Ermittlungen im Mordfall Sinan Ateş leitet, sowie den ermittelnden Staatsanwalt Ayhan Ay über den der MHP nahestehenden Social-Media-Account 'Orhun Haber' ins Visier genommen hatten. Einer der beiden Festgenommenen ist der stellvertretende Vorsitzende der Ülkü Ocakları, Mert Kerim Ejder

Es wird behauptet, dass Ejder den Account 'Orhun Haber' auf der Social-Media-Plattform X genutzt habe. Der andere Verdächtige soll der Bruder von Ejder sein; die Haftdauer beider Verdächtiger wurde um einen Tag verlängert. Gegen die Verdächtigen wird wegen Bedrohung, Beleidigung und Verleumdung des Generalstaatsanwalts und des ermittelnden Staatsanwalts ermittelt. Zudem wird nach dieser Festnahme weiter untersucht, ob Generalstaatsanwalt Akça erneut über 'Orhun Haber' ins Visier genommen wurde, wobei die Zahl der Festnahmen noch steigen könnte.

WAS WAR PASSIERT?

Der ehemalige Vorsitzende der Ülkü Ocakları, Sinan Ateş, wurde am 30. Dezember 2022 in Çukurambar, einem der belebtesten Orte Ankaras, von Eray Özyağcı, der als mutmaßlicher Schütze gilt, mit fünf Schüssen getötet. Bisher wurden im Zusammenhang mit dem Mord 22 Personen inhaftiert. Auch die Spezialpolizisten Muratcan Çolak und Mert Gelenbey, die den Schützen von Istanbul nach Ankara gebracht hatten, wurden im Rahmen der Ermittlungen festgenommen. Darüber hinaus befinden sich der stellvertretende Vorsitzende der Ülkü Ocakları Emre Yüksel, Tolgahan Demirbaş, der MHP-Provinzvorstand von Istanbul Ufuk Köktürk sowie der MHP-Anwalt Serdar Öktem, die beschuldigt werden, den Schützen nach der Tat zur Flucht verholfen zu haben oder den Mord organisiert zu haben, weiterhin in Haft. Der entscheidende Schritt in den nun fast abgeschlossenen Ermittlungen wird die Festnahme der Person sein, die als Anstifter des Mordes identifiziert wurde.