Neue Entwicklung im Millionen-Betrugsfall

Im Ermittlungsverfahren zum Millionen-Betrug von Seçil Erzan gibt es eine neue Entwicklung. Ein aus dem Gefängnis eingegangenes anonymes Schreiben hat die Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Der Informant behauptet, dass B.O., ein Verwandter seiner Ex-Frau, mit Seçil Erzan befreundet sei. Der Informant M.S. gab an, dass B.O. plötzlich zu Reichtum gekommen sei und häufig ins Ausland reise, und behauptete, dass Gelder ins Ausland geschafft worden seien. Die Staatsanwaltschaft hat die Aussage von M.S. als Zeuge aufgenommen und den Akten hinzugefügt.

Müslim Sarıyar

Müslim SARIYAR/12punto.com.tr

Im Millionen-Betrugsfall gibt es eine neue Entwicklung. Ein aus dem geschlossenen Vollzug Muğla eingegangenes anonymes Schreiben wurde in die Ermittlungsakte aufgenommen.

In dem handschriftlichen Schreiben vom 8. Mai wird behauptet, dass B.O., ein Verwandter der Ex-Frau des Informanten, mit Seçil Erzan befreundet sei und Gelder ins Ausland geschafft habe. Der Informant gab an, dass B.O. sehr häufig ins Ausland reise und sich zudem Bargeld im Haus befinde. Aufgrund dieses Hinweises wurde die zuständige Staatsanwaltschaft aktiv. Die Staatsanwaltschaft forderte, dass der Informant M.S. am 18. Mai dringend im SEGBİS-Raum (Video-Konferenz-System) bereitgestellt werde.

„SEÇİLS FREUND“

M.S. wurde am genannten Ort als Zeuge vernommen. M.S. äußerte folgende Vorwürfe: „B.O. ist ein Verwandter meiner Ex-Frau. Er arbeitete früher bei einer Bank, wurde dort jedoch entlassen. B.O. reist ständig unter dem Vorwand des Reisens ins Ausland. Ich weiß, dass Seçil Erzan und B.O. befreundet sind. B.O. ist ein alleinstehender Mann. Es könnte eine Liebesbeziehung zwischen ihm und Seçil Erzan bestehen. Als ich im Haus meiner ehemaligen Schwiegermutter war, habe ich bei Gesprächen von B. mehrfach den Namen Seçil gehört. B.O. sagte gegenüber seiner Schwester und meiner Ex-Frau häufig Sätze wie: ‚Ich werde die Gelder, die ich von jemandem erhalten habe, ins Ausland bringen‘.“

„PLÖTZLICH REICH GEWORDEN“

M.S. erklärte, dass B.O. zuvor wegen Betrugsverdachts bei seiner Bank entlassen worden sei, und fuhr in seiner Aussage fort: „Er war sehr lange arbeitslos. Ob B.O. Verbindungen zur FETÖ hat, weiß ich nicht genau. Aber er reiste ins Ausland. Und plötzlich war er reich. Jeder in meinem Umfeld wusste, dass er von jemandem Geld erhielt. Ich und mein Umfeld dachten, er habe diese Gelder von FETÖ-Mitgliedern erhalten, aber ob er eine Verbindung zur Terrororganisation FETÖ hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass er Geld von mir unbekannten Personen entgegennahm und ins Ausland brachte.“

„SIE VERSTECKTEN DAS GELD ZU HAUSE“

M.S. beschrieb, dass B.O. plötzlich zu großem Reichtum gekommen sei, und behauptete, dass diese Personen Teil eines Systems seien und die Gelder ins Ausland brächten. Er fuhr fort: „Ich hatte von meiner Frau schon mehrfach gehört, dass ihr Onkel B. viel Geld im Haus seiner Schwester versteckte. Ich habe auch in meinem näheren Umfeld gehört, dass B.O. die erlangten Gelder in die Schweiz geschafft hat. Ich weiß, dass B.O. plötzlich Besitzer von 3-4 Häusern wurde. B.O. ist jemand, der regelmäßig und ständig unter dem Vorwand des Reisens ins Ausland fährt. Es ist für einen Bankdirektor nicht möglich, auf diese Weise zu reisen und für lange Zeiträume wie eine Woche im Ausland zu bleiben. Ich hatte gehört, dass Seçil Erzan viele Menschen betrogen und geschädigt hat. Ich vermute, dass Seçil die erlangten Gelder zusammen mit B.O. ins Ausland geschafft hat. Als staatsbürgerliche Pflicht wollte ich mitteilen, was ich weiß.“

ALS ZEUGE IN DIE ERMITTLUNG AUFGENOMMEN

Die Aussage von M.S., in der er angab, dass auch B.O. Bankdirektor sei, wurde als Zeugenaussage in die Ermittlungsakte aufgenommen. Ob diese Behauptungen zutreffen, wird durch die laufenden Untersuchungen geklärt werden.