Neue Entwicklung im Prozess um die Ebrar-Siedlung, bei der 68 Bürger ihr Leben verloren

Die Verhandlung gegen 7 Angeklagte im Zusammenhang mit dem Einsturz des L-Blocks der Ebrar-Siedlung bei den Erdbeben vom 6. Februar 2023 in Kahramanmaraş, bei dem 68 Menschen ums Leben kamen, wurde fortgesetzt. Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft der übrigen inhaftierten Angeklagten fortzusetzen und vertagte die Verhandlung auf den 11. Juli, um ausstehende Punkte zu klären.

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An der Verhandlung vor dem 3. Schwurgericht nahmen die inhaftierten Angeklagten Ahmet Doğan, Atilla Öz, Ferhat Bülent Özer und Tevfik Tepebaşı per Video- und Audiosystem (SEGBİS) aus ihren jeweiligen Haftanstalten teil.

Der nicht inhaftierte Angeklagte Lütfi T. sowie die Anwälte der Parteien waren im Gerichtssaal anwesend.

Das Gericht nahm die von der Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş erstellte Zusatzanklage für 11 Verstorbene an und führte die Verfahren zusammen.

Der inhaftierte Angeklagte Tevfik Tepebaşı erklärte, dass gegen ihn 12 Ermittlungsverfahren liefen, und sagte: "Einige Kreise und Kläger nennen mich 'Bauunternehmer'. Ich bin kein Bauunternehmer. Eines meiner Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, da beginnt schon das nächste, manche vergesse ich. Unter Berücksichtigung dieser Umstände fordere ich meinen Freispruch."

Ferhat Bülent Özer gab an, bei dem Erdbeben selbst Angehörige verloren zu haben und niemanden zu haben, der sich um seine Eltern kümmere, weshalb er eine Aufhebung der Untersuchungshaft beantragte.

Die anderen Angeklagten wiederholten ihre früheren Aussagen und forderten ebenfalls ihren Freispruch.

Das Gericht entschied unter Berücksichtigung der bereits verbüßten Haftzeit sowie der zwischenzeitlich zu den Akten genommenen Informationen und Dokumente, den inhaftierten Angeklagten Ferhat Bülent Özer unter der Auflage eines Ausreiseverbots und einer wöchentlichen Meldepflicht aus der Haft zu entlassen.

Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft der übrigen inhaftierten Angeklagten fortzusetzen und vertagte die Verhandlung auf den 11. Juli, um ausstehende Punkte zu klären.

In der von der Generalstaatsanwaltschaft Kahramanmaraş erstellten Anklageschrift wurde für 4 inhaftierte, 2 nicht inhaftierte und 1 flüchtigen Angeklagten wegen "bewusster fahrlässiger Tötung und Verletzung mehrerer Personen" eine Freiheitsstrafe von jeweils bis zu 22 Jahren und 6 Monaten gefordert.