Neuer Schritt bei Sparmaßnahmen: Aufbereitetes Leitungswasser statt Gallonen im türkischen Parlament
Nach dem von Finanzminister Mehmet Şimşek angekündigten Sparpaket für den öffentlichen Sektor wurden im türkischen Parlament (TBMM) neue Maßnahmen zur Verstärkung der Sparanwendungen eingeleitet. In diesem Rahmen werden neue Praktiken in Bereichen wie Energie, Gesundheit und Auslandsentsendungen eingeführt. Zudem wird das bisher verwendete Gallonenwasser im Parlament durch aufbereitetes Leitungswasser ersetzt.
AA
Mit der Veröffentlichung und dem Inkrafttreten des Sparpakets für den öffentlichen Sektor im Amtsblatt werden auch im türkischen Parlament neue Schritte zum Sparen unternommen.
Numan Kurtulmuş, der vor einem Jahr zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde, hatte nach seinem Amtsantritt Sparanweisungen erteilt. In diesem Sinne wird das Generalsekretariat des Parlaments die neuen Anwendungen effizienter gestalten.
Mit der im vergangenen Jahr im Parlament eingeleiteten Fahrzeugumstellung wurden 20 Elektrofahrzeuge der Marke Togg angeschafft und die gleiche Anzahl an Benzinfahrzeugen aus dem System genommen; dadurch konnten 66,7 Prozent an Kosten eingespart werden. Die Arbeiten zur Umstellung aller Dienstfahrzeuge auf Elektroantrieb im neuen Zeitraum dauern an.
ZIEL: VOLLSTÄNDIGE ABSCHAFFUNG DER PAPIERNUTZUNG
"Parlament ohne Papier": Mit dem vor einem Jahr gestarteten Projekt konnte der Papierverbrauch um 60 Prozent gesenkt werden. Für die kommende Zeit ist die vollständige Abschaffung der Papiernutzung geplant.
Das Pilotprojekt zur "Energiewende" startete vor 4 Monaten. In diesem Rahmen wurde in vielen Einheiten auf dem Parlamentsgelände auf die Nutzung erneuerbarer Energien umgestellt. Durch diese Anwendung werden das Gebäude für Öffentlichkeitsarbeit, das Gewächshaus und die Druckerei mit Solarenergie versorgt. Mit einem neuen Projekt ist geplant, den gesamten Strombedarf des Parlaments in Kürze aus erneuerbaren Energien zu decken.
Im Rahmen der Energiesparmaßnahmen wurde zudem die gesamte Beleuchtung auf dem Gelände auf LED-Lampen umgestellt, was zu einer Energieeinsparung von 50 Prozent führte.
Bei Empfängen und Veranstaltungen im Parlament wurde eine "einfache Menüführung" eingeführt. Diese Praxis wird bei allen künftigen Veranstaltungen beibehalten.
Das Projekt für ein neues Bibliotheks- und Ausstellungsgebäude wurde auf Eis gelegt.
Es wurde ein Projekt gestartet, um das Online-Kontrollsystem für Gesundheitsausgaben effizienter zu gestalten. Das bisher nur mit Privatkrankenhäusern betriebene Gesundheitsabrechnungssystem wird auf staatliche und Universitätskliniken ausgeweitet, und das Online-Rechnungskontrollsystem wird effektiv genutzt werden. Dadurch werden 25 Prozent Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben angestrebt.
BESCHRÄNKUNGEN BEI AUSLANDSENTSENDUNGEN BLEIBEN BESTEHEN
Die Praxis der Begrenzung von Auslandsentsendungen, mit Ausnahme von Programmen mit Teilnahmepflicht, wird noch effektiver fortgesetzt. Sofern nicht zwingend erforderlich, werden keine neuen Mitarbeiter eingestellt.
AUFBEREITETES LEITUNGSWASSER STATT GALLONEN
Mit den vor einem Jahr im Parlament eingeleiteten Sparmaßnahmen wird die Bewässerung der Grünflächen auf dem Campus nachts durchgeführt, um unnötigen Wasserverbrauch zu vermeiden. Zudem wurde damit begonnen, die Verwendung von Gallonenwasser in Küchen und Teeküchen einzustellen. Stattdessen wird nun Wasser verwendet, das durch die Aufbereitung von Leitungswasser gewonnen wird. Die Arbeiten zur Ausweitung dieser Methode dauern an.
Andererseits hat das Generalsekretariat des Parlaments die Arbeiten an einem Rundschreiben zu den neuen Sparmaßnahmen abgeschlossen. Das Rundschreiben wird in Kürze an alle Einheiten im Parlament versandt.