Neuer Vorstoß für einen Waffenstillstand: Russland-Ukraine-Gespräche in Istanbul

Die dritte Runde der Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland ist für den 23. Juli in der Türkei geplant. Während erwartet wird, dass die Parteien in Istanbul zusammenkommen, wurden die Delegationsleiter und Details der Gespräche konkretisiert.

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab bekannt, dass die dritte Runde der Friedensgespräche mit Russland für Mittwoch, den 23. Juli, in der Türkei geplant ist. In einer Videobotschaft, die er am Abend des 21. Juli auf der Plattform X veröffentlichte, berichtete er, dass er mit dem ehemaligen Verteidigungsminister Rustem Umerow die Vorbereitungen für einen Gefangenenaustausch und die bevorstehenden Verhandlungen besprochen habe. Es wurde mitgeteilt, dass Umerow davon ausgehe, dass das Treffen am Mittwoch stattfinden werde.

KREML: „KEINE BEDEUTENDEN ERGEBNISSE ZU ERWARTEN“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte in einer Erklärung zu den Verhandlungen, dass man „keine Wunder“ vom Ergebnis des Prozesses erwarten dürfe. Peskow äußerte, dass unter den derzeitigen Bedingungen ein bedeutender Fortschritt schwierig erscheine.

TASS: GESPRÄCHE AM 24. JULI IN ISTANBUL

Die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete unter Berufung auf verhandlungsnahe Quellen, dass die Gespräche am 24. Juli in Istanbul stattfinden würden. Eine Quelle gegenüber der Agentur gab an, dass die Delegationen am 23. Juli in Istanbul eintreffen könnten.

SELENSKYJ: „BIN ZU EINEM TREFFEN MIT PUTIN BEREIT“

Selenskyj bekräftigte zudem seine Bereitschaft zu einem direkten Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Für eine echte Friedenssicherung ist ein Treffen auf Führungsebene erforderlich“, sagte er. Diese Erklärung erfolgte unmittelbar nach Luftangriffen Russlands auf die Ukraine, bei denen drei Menschen ums Leben kamen.

UKRAINE: MEHRHEIT DER ANGRIFFE ABGEWEHRT

Nach Angaben der ukrainischen Armee wurden bei den Angriffen mehr als 340 Sprengstoff- und Täuschdrohnen sowie 35 Marschflugkörper und ballistische Raketen eingesetzt. In der Erklärung wurde angegeben, dass der Großteil dieser Munition unschädlich gemacht wurde.

TRUMP KÜNDIGT NEUE WAFFENUNTERSTÜTZUNG UND SANKTIONSWARNUNG AN

US-Präsident Donald Trump kündigte Anfang der Woche an, dass über die NATO „hochwertige Waffensysteme“ an die Ukraine geliefert würden. Trump erklärte zudem, dass Russland mit sekundären Sanktionen in Höhe von 100 Prozent gegen seine Handelspartner belegt werde, falls der Krieg nicht innerhalb von 50 Tagen beendet sei.

WER GEHÖRT ZU DEN DELEGATIONEN?

Selenskyj gab am 22. Juli über seinen Telegram-Kanal bekannt, dass er die Bildung der Delegation für die Verhandlungen angeordnet habe. Die Delegation wird, wie bei den vorangegangenen Gesprächen, von Rustem Umerow geleitet. Die Delegation wird Vertreter der ukrainischen Geheimdienste, des Außenministeriums und des Präsidialamtes umfassen.

Umerow hatte bereits bei den beiden vorangegangenen Istanbuler Gesprächen die ukrainische Delegation geleitet. Derzeit fungiert er als Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates.

RUSSISCHE DELEGATION REIST MIT BEKANNTEN NAMEN NACH ISTANBUL

Wie TASS berichtet, wird die russische Delegation, wie bei den vorangegangenen Runden, von Putins Berater Wladimir Medinski geleitet. Zur Delegation gehören zudem der stellvertretende Außenminister Michail Galusin, der stellvertretende Generalstabschef Igor Kostjukow und der stellvertretende Verteidigungsminister Alexander Fomin.

WAS WURDE BEI DEN VORHERIGEN RUNDEN IN ISTANBUL BESPROCHEN?

Die Parteien waren zuvor am 2. Juni in Istanbul zusammengekommen. Die ukrainische Seite hatte die Forderung nach einem „bedingungslosen Waffenstillstand zu Lande, zu Wasser und in der Luft“ für mindestens drei Monate auf die Tagesordnung gesetzt. Russland hingegen hatte einen teilweisen Waffenstillstand von „zwei oder drei Tagen“ vorgeschlagen, um die Leichen gefallener Soldaten bergen zu können.

Zudem hatte die russische Seite ihre Forderungen übermittelt, dass sich die Ukraine aus bestimmten Gebieten zurückziehen und keine militärische Unterstützung aus dem Westen erhalten solle.

RUSSLAND KONTROLLIERT DERZEIT 20 PROZENT DES UKRAINISCHEN GEBIETES

Russland, das im Februar 2022 einen umfassenden Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat, kontrolliert derzeit etwa 20 Prozent des Landes. Zu diesen Gebieten zählt auch die 2014 annektierte Halbinsel Krim.