Neues Verfahren gegen die Vorsitzende des Vereins Yaşama Tutunan Patiler, Özgünlü

Gegen die Vorsitzende des Vereins Yaşama Tutunan Patiler, Buket Özgünlü, ihre Schwester und 12 weitere Angeklagte wurde ein Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue im Amt eröffnet. Ihnen wird vorgeworfen, 18 Millionen 627 Tausend Lira, die für Straßentiere gespendet wurden, veruntreut zu haben. Den Angeklagten drohen jeweils bis zu 7 Jahre Haft.

İHA

Im Rahmen einer von der Generalstaatsanwaltschaft Ankara eingeleiteten Untersuchung wurde eine Anklageschrift gegen 14 Beschuldigte erstellt, darunter die Vorsitzende des Vereins Yaşama Tutunan Patiler, Buket Özgünlü, und ihre Schwester Demet Kılıç. Ihnen wird vorgeworfen, Spendengelder, die für die Gesundheitsversorgung, Nahrung und Unterbringung von Straßentieren bestimmt waren, für private Ausgaben verwendet zu haben.

In der Anklageschrift wird dargelegt, dass die Angeklagten die erzielten Einnahmen durch die Ausstellung gefälschter Rechnungen bei Futterfirmen gewaschen haben. Zudem wurde festgestellt, dass die Angeklagten dem öffentlichen Wohl auf diese Weise Schaden zugefügt haben.

SPENDENGELDER AUF EIGENE KONTEN ÜBERWIESEN

Auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Ankara wurden die Kontobewegungen des Vereins Yaşama Tutunan Patiler von einem Sachverständigengremium, bestehend aus Rechnungsprüfern des Rechnungshofs und des Vereins, untersucht. Der daraufhin erstellte Bericht besagt, dass Unregelmäßigkeiten bei den Kontobewegungen des Vereins festgestellt wurden und einige Barabhebungen sowie Überweisungen nicht im Rahmen der Vereinstätigkeit erfolgten. Dem Bericht zufolge wurde deutlich, dass die Gelder nach verschiedenen Transaktionen zwischen Vereinsmitgliedern auf die Konten der Vereinsvorsitzenden Özgünlü und ihrer Familie übertragen wurden. Zudem wurde festgehalten, dass die Angeklagten sich durch Spendengelder unrechtmäßig bereichert haben und vom Vereinskonto abgehobene Beträge auf die Bankkonten der Angeklagten geflossen sind.

In der Anklageschrift wird erläutert, dass die stellvertretende Vorsitzende Demet Kılıç 6 Millionen 621 Tausend Lira vom Vereinskonto abhob und diese auf die Konten von Buket Özgünlü und dem Angeklagten Evren Kılıç übertrug. Zudem wurde ausgeführt, dass durch die Ausstellung von 62 Futterrechnungen 865 Tausend Lira auf das Konto von Tuna Boyacı, dem flüchtigen Ehemann der Angeklagten Özgünlü, gegen den ein Haftbefehl vorliegt, überwiesen wurden.

In der Anklageschrift wurde festgestellt, dass der weitere Angeklagte Ertem Işık zwischen 2021 und 2024 insgesamt 170 gefälschte Rechnungen im Namen des Vereins über einen Betrag von 5 Millionen 558 Tausend Lira ausstellte, die angeblich Katzen- und Hundefutter betrafen. Obwohl kein tatsächlicher Kauf oder Verkauf von Futter stattfand, wurde der Betrag vom Vereinskonto auf das Konto des Angeklagten Ertan Işık überwiesen; die 5 Millionen 558 Tausend Lira seien auf die Konten der Angeklagten geflossen. Insgesamt wurde der Verein um 18 Millionen 627 Tausend 848 Lira geschädigt.

Dementsprechend wurde die Anklageschrift gegen die Angeklagten – die Vorsitzende des Vereins Yaşama Tutunan Patiler Buket Özgünlü, ihre Schwester Demet Kılıç, Aleyna Nur Sarıoğlu, Alev Erçetin, Cemal Özgünlü, Evren Kılıç, Tuğçe Soysal, Aynur Temel, Birkan Soysal, Ertan Işık, Fatma Özgünlü, Rüya Bilgi, Tuğba Törüsel und Yosma Bilgi – wegen des Vorwurfs der „Untreue im Amt“ mit einer Strafandrohung von jeweils bis zu 7 Jahren Haft vom 69. Strafgericht erster Instanz in Ankara angenommen und das Verfahren eröffnet.