Neues zum Angriff in der Fatih-Moschee: Tatverdächtiger dem Haftrichter vorgeführt
Die Vernehmung von Ömer S., der in der Fatih-Moschee Parolen rief, für Unruhe sorgte und anschließend den Imam Galip Usta sowie Bilal Erdem mit einem Messer verletzte, dauert in der Mordkommission an. Ermittlungen ergaben, dass der Tatverdächtige bereits zum Nachmittagsgebet Parolen gerufen hatte und daraufhin des Gebäudes verwiesen wurde; bei seiner Rückkehr griff er dann den Imam Galip Usta und Bilal Erdem an. Dem erstellten Profil zufolge lebt der Tatverdächtige in Bursa und soll bereits einen Tag zuvor einen Chemiker verprügelt haben. Ömer S. wurde nach seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft mit dem Antrag auf Untersuchungshaft dem Haftrichter vorgeführt.
Müslim Sarıyar
Müslim SARIYAR/12punto.com.tr
Der Imam der Fatih-Moschee, Galip Usta, und ein Mitglied der Gemeinde wurden nach dem Gebet von einem Angreifer mit einem Messer verletzt.
ERSTMALS ZUM NACHMITTAGSGEBET ERSCHIENEN
Den vorliegenden Informationen zufolge erschien der Tatverdächtige Ömer S. zunächst zum Nachmittagsgebet in der Fatih-Moschee. Behauptungen zufolge rief Ömer S. während des Gebets: "Allahu Akbar, entfernt die Götzen aus der Moschee". Der Imam der Moschee, Galip Usta, forderte den Tatverdächtigen daraufhin auf, in der Moschee nicht zu schreien. Daraufhin wurde der Tatverdächtige von Gemeindemitgliedern und einem Sicherheitsmitarbeiter nach draußen gebracht.
ABENDS ZURÜCKGEKEHRT UND ZUGESCHLAGEN
Gegen 19.15 Uhr kehrte der Tatverdächtige Ömer S. zur Moschee zurück. Diesmal betrat er das Gebäude vor dem Nachtgebet und griff den Imam Galip Usta an, der nach dem Gebet Schülern Unterricht erteilte. Als Bilal Erdem, ein Schüler aus der Gemeinde, dazwischenging, wurde auch er niedergestochen.
POLIZEI SETZTE ANGREIFER UNTERSCHIEDLICH
Ein Polizeibeamter der in der Nähe befindlichen Yunus-Einheiten eilte zum Tatort und nahm den Tatverdächtigen fest. Der Tatverdächtige wurde zur Vernehmung in die Mordkommission gebracht, wo die Befragung andauert.
CHEMIKER IN BURSA VERPRÜGELT
Die polizeilichen Ermittlungen haben das Profil des Tatverdächtigen Ömer S. offengelegt. Den Informationen zufolge heiratete Ömer S. im Jahr 2012. Der in Bursa lebende und im Ersatzteilladen seines Vaters arbeitende Ömer S. ließ sich 2019 scheiden. Der Tatverdächtige, der aus dieser Ehe zwei Kinder hat, soll am 7. Januar, also einen Tag vor dem Angriff auf die Moschee, in Bursa den Chemiker Samet N. verprügelt haben. Anschließend reiste er nach Istanbul und beging die Tat. Bei den Untersuchungen wurde bekannt, dass der Tatverdächtige wegen einer früheren Körperverletzung polizeilich in Erscheinung getreten war und im Besitz eines Gewehrs mit einer bis 2028 gültigen Lizenz ist.
SEIT EINER WOCHE NICHT ZU HAUSE
Die Teams der Mordkommission führen eine umfassende Untersuchung zu dem festgenommenen Ömer S. durch. Dabei kam heraus, dass der Tatverdächtige seit einer Woche nicht mehr in seinem Haus in Bursa gewesen war. Sein Vater, der aus Bursa herbeigerufen wurde, gab gegenüber der Polizei an, seinen Sohn seit einer Woche nicht gesehen zu haben. Die Polizei setzt ihre umfangreichen Ermittlungen dazu fort, wo sich der Tatverdächtige, der seit einer Woche nicht nach Hause zurückgekehrt war, aufgehalten hat und mit wem er in Verbindung stand.
VON DER POLIZEI IN BURSA GESUCHT
Es stellte sich heraus, dass der Tatverdächtige Ömer S. von der Polizei in Bursa gesucht wurde. Ömer S. soll den Chemiker Samet N. geschlagen und verletzt haben, weil er behauptete, dieser habe eine Affäre mit seiner geschiedenen Frau. Die Polizei in Bursa fahndete aufgrund dieses Vorfalls nach ihm. Während der Vater gegenüber der Istanbuler Polizei aussagte, wird die geschiedene Ehefrau in Bursa von der Polizei vernommen.
AN STAATSANWALTSCHAFT ÜBERSTELLT
Der Tatverdächtige Ömer S. wurde nach seiner Aussage an die Staatsanwaltschaft überstellt. Um zu verhindern, dass Pressevertreter beim Verlassen der Sicherheitsdirektion Gayrettepe Aufnahmen machen, wurde Ömer S. durch die Tiefgarage abgeführt.
Zudem wurde bekannt, dass der Tatverdächtige Ömer S. bei der Mordkommission keine Aussage machte und von seinem Schweigerecht Gebrauch machte.
Zuletzt wurde Ömer S., der den Messerangriff in der Fatih-Moschee verübte, bei dem der Imam und eine weitere Person schwer verletzt wurden, nach seiner Aussage bei der Staatsanwaltschaft mit dem Antrag auf Untersuchungshaft dem Haftrichter vorgeführt.