'Neugeborenen-Bande' hat nicht einmal vor dem Kind einer Krankenschwester Halt gemacht
Die Opferzahlen im Zusammenhang mit dem Skandal um die 'Neugeborenen-Bande', der die Türkei tief erschüttert hat, steigen weiter. Während Familien, deren Babys nach der Geburt auf die Intensivstation verlegt wurden, in einen Strudel aus Zweifeln geraten, behauptet eine Krankenschwester, die vor 8 Jahren Mutter wurde, dass ihr Baby ebenfalls ein Opfer dieser Bande geworden sei.
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Die Krankenschwester Arzu Başaran Başkıran, die auf Neugeborenen-Intensivstationen und beim 112-Notdienst arbeitete, schilderte ihre Erlebnisse gegenüber Gökmen Ulu von der Zeitung Sözcü.
Başkıran, die sagt, sie sei ein Opfer der 'Neugeborenen-Bande' geworden, erklärte, dass sie seit Jahren nach Gerechtigkeit suche:
MEIN BABY KAM GESUND ZUR WELT
„Ich habe 2016 im Privatkrankenhaus Özel Esencan entbunden, wo Fehmi Alperen, einer der Anführer der 'Neugeborenen-Bande', als Verwaltungsleiter tätig war. Mein Baby kam gesund zur Welt. Auf der Intensivstation war mein Kind jedoch völlig blau angelaufen und wies im Bereich der Niere eine Nekrose auf. Den Unterlagen zufolge wurde mein Baby mit einer Verspätung von 6 Stunden intubiert.
'ES WURDE EIN WAHRHEITSWIDRIGER EPIKRISENBERICHT AUSGESTELLT'
Der Arzt hatte mein Baby von den lebenserhaltenden Geräten getrennt. Mein Baby fiel ins Koma. Es entwickelte sich eine schwere Herzinsuffizienz, die Lungen versagten. Es erlitt eine Hirnblutung. Am 16. Tag brachten wir unser Baby in ein anderes Krankenhaus. Das Esencan-Krankenhaus stellte jedoch einen wahrheitswidrigen Epikrisenbericht aus, der das Baby als gesund darstellte.
In dem Krankenhaus, in das wir wechselten, stellte sich heraus, dass das Baby hungern gelassen wurde. 21 Tage später gab man mir mein Kind tot in die Arme. Ich konnte es kein einziges Mal lebend in den Arm nehmen oder küssen.
ICH WURDE WIE EINE IRRE BEHANDELT
Nachdem ich mein Kind zu Grabe getragen hatte, begann ich meinen Rechtsstreit. Zunächst wurde entschieden, dass kein Grund für eine Strafverfolgung vorliege. Ich legte Berufung ein, ein Verfahren wurde eröffnet, endete jedoch mit einem Freispruch. Ich habe mich auch an den Internationalen Strafgerichtshof gewandt. Ich wurde wie eine Irre behandelt“, sagte sie.