Neugeborenen-Skandal in der TRNZ: 5 Krankenschwestern vor Gericht, „Verschwörungs“-Vorwürfe im Gespräch
12Punto hat Details zu dem Skandal in der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) erfahren, bei dem ein Baby starb, nachdem seinen Säuglingsnahrungen reiner Alkohol beigemischt worden war.
Hazal Güven
Hazal Güven - 12punto.com.tr
Während die Nachwirkungen des in der Türkei aufgedeckten „Neugeborenen-Netzwerks“ noch anhalten, kommt nun eine Skandalmeldung aus der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ). Bei einem Vorfall auf der Neugeborenenstation des Pandemie-Krankenhauses in Nikosia kam ein Baby ums Leben, nachdem seinen Säuglingsnahrungen reiner Alkohol beigemischt worden war; sechs weitere Babys mussten intubiert werden.
5 KRANKENSCHWESTERN VOR DEM RICHTER
Nachdem der skandalöse Vorfall ans Licht gekommen war, wurden die fünf Krankenschwestern K.Y., Ç.Ş., G.K., M.A. und A.D. festgenommen und dem Richter vorgeführt. Das Bezirksgericht Nikosia gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt und ordnete eine dreitägige Untersuchungshaft für die Verdächtigen an.
Den vom Ermittlungsbeamten mitgeteilten Details zufolge waren vier der fünf medizinischen Fachkräfte zum Zeitpunkt des Vorfalls im Dienst, eine weitere Person befand sich in einer anderen Schicht.
ZEUGENAUSSAGEN LIEGEN VOR
Vor Gericht wurde erklärt, dass Zeugenaussagen zu den Lagerungsbedingungen des auf der Intensivstation verwendeten Alkohols vorliegen. Zudem wurde bekannt, dass die Kameraaufzeichnungen ausgewertet werden sollen, um den Vorfall vollständig aufzuklären.
SIE WERDEN DER „FAHRLÄSSIGEN TÖTUNG“ BESCHULDIGT
Die Staatsanwaltschaft beantragte die dreitägige Haft wegen des Vorwurfs der „fahrlässigen Tötung“. Der Antrag, dem die Anwälte nicht widersprachen, wurde vom Gericht angenommen.
AUF DER FLASCHE BEFAND SICH EIN „ALKOHOL“-ETIKETT
Andererseits brachte eine Frage eines der Anwälte der Verdächtigen ein wichtiges Detail ans Licht. Einer der Anwälte fragte, ob auf der Alkoholflasche deutlich „Alkohol“ geschrieben stand. Die Polizei bestätigte, dass sich ein „Alkohol“-Etikett auf der Flasche befand.
GESUNDHEITSMINISTER HAKAN DİNÇYÜREK BEANTWORTETE UNSERE FRAGEN NICHT
Der Gesundheitsminister der TRNZ, Hakan Dinçyürek, den wir zu verschiedenen Aspekten des Vorfalls kontaktierten, ließ unsere Fragen unbeantwortet.
Ein weiterer Aspekt des Vorfalls steht ganz oben auf der Agenda der TRNZ. Behauptungen zufolge wird darüber spekuliert, ob es sich bei diesem Vorfall aufgrund der seit einiger Zeit anhaltenden Regierungskrise in der TRNZ um eine politische Verschwörung handeln könnte. Die offiziellen Stellen haben sich zu diesen Behauptungen bisher nicht geäußert.