Operiertes Baby wurde wieder in den Mutterleib zurückverlegt

Einem Fötus, bei dem im Mutterleib ein offener Rücken diagnostiziert wurde, wurde in einer erstmals am Marmara-Universitätskrankenhaus Pendik durchgeführten Operation operiert. Das Baby wurde zusammen mit der Gebärmutter durch einen 3 Zentimeter langen Schnitt entnommen. Nach dem Eingriff wurde es wieder in den Mutterleib zurückverlegt.

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Am Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus der Marmara-Universität Pendik des Gesundheitsministeriums wurde eine Operation durchgeführt, die in dieser Form eine Premiere darstellt. 

Şeyma Hisar suchte in der 16. Schwangerschaftswoche ein Gesundheitszentrum für eine Routinekontrolle auf. Bei der dort durchgeführten Ultraschalluntersuchung wurde bei dem Fötus die Diagnose 'Spina bifida', bekannt als 'offener Rücken', gestellt. 

Die Ärzte erklärten der Familie, dass das Baby operiert werden müsse, da andernfalls nach der Geburt Probleme wie Gehbehinderungen, Inkontinenz und ein Wasserkopf auftreten könnten. Daraufhin wurde die Mutter Şeyma Hisar zur Behandlung an das Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus der Marmara-Universität Pendik überwiesen.

Nach den durchgeführten Untersuchungen wurde beschlossen, das Baby noch im Mutterleib zu operieren. Für den in der Türkei erstmals durchgeführten Eingriff wurde die 23. Schwangerschaftswoche abgewartet. 

Bei der Operation, die von der Fachärztin für Gynäkologie und Perinatologie Prof. Dr. Esra Esim Büyükbayrak und ihrem Team durchgeführt wurde, wurde die Gebärmutter der Mutter durch einen 3 Zentimeter langen Schnitt entnommen. Anschließend wurde das Baby operiert. 

Nach dem Eingriff wurde die Gebärmutter wieder an ihren Platz zurückverlegt. Nach der äußerst erfolgreichen Operation wurde die Mutter aus dem Krankenhaus entlassen. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Operation die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby später laufen kann, um das 2- bis 3-fache erhöht.

GEBÄRMUTTER WURDE ENTNOMMEN

Prof. Dr. Esra Esim Büyükbayrak, die Informationen zu der in einem staatlichen Krankenhaus erstmals durchgeführten Operation gab, erklärte: "Normalerweise sollte sich die Wirbelsäule des Babys im Mutterleib schließen. Wenn dies aus verschiedenen Gründen nicht geschieht, bleibt das Rückenmark offen. Dies nennt man Spina bifida. Gynäkologen stellen die Diagnose mittels Ultraschall. Danach muss die Person rechtzeitig an uns überwiesen werden. Die betroffenen Babys leiden unter Problemen wie Gehbehinderungen, Inkontinenz und einem Wasserkopf. Da sie ihren Urin nicht absetzen können, treten auch Nierenprobleme auf, was sie zu chronischen Pflegefällen macht. Bisher wurde bei der traditionellen Behandlung das Baby nach der Geburt operiert oder der Familie die Option eines Schwangerschaftsabbruchs angeboten. Jetzt bieten wir auch die Option einer Operation im Mutterleib an."

'ICH KONNTE VOR AUFREGUNG NICHT SCHLAFEN'

Prof. Dr. Büyükbayrak betonte, dass die Ergebnisse bei Babys, die im Mutterleib operiert wurden, im Vergleich zu den nach der Geburt operierten deutlich besser seien: "Wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind laufen kann, um das 2- bis 3-fache und die Wahrscheinlichkeit der Kontinenz um das 4-fache. Wir können keine vollständige Heilung versprechen. Für Familien, die die Schwangerschaft nicht abbrechen möchten, sind die Ergebnisse der Operation im Mutterleib jedoch erfolgreicher als bei einer Operation nach der Geburt. Durch den Eingriff bleibt dem Baby ein schwerer Nervenschaden erspart. Um die Operation durchzuführen, entnehmen wir die Gebärmutter durch einen 3-Zentimeter-Schnitt, operieren das Baby, verschließen alles wieder und setzen sie zurück. Vor der Operation konnte ich eine Woche lang vor Aufregung nicht schlafen. Technisch ist es wirklich schwierig. Wir führen dies in unserem Land kostenlos über die Sozialversicherungsanstalt SGK durch. Die Familie muss keinen einzigen Cent bezahlen. Wir sind das einzige Zentrum in einer staatlichen Einrichtung, das diese Operation durchführt."

'EINE SCHWIERIGE OPERATION WURDE ERFOLGREICH DURCHGEFÜHRT'

Die Mutter Şeyma Hisar sagte: "Ich bin jetzt in der 24. Schwangerschaftswoche. Möge Gott unsere Professoren segnen. Dank ihrer Aufmerksamkeit und ihres Könnens wurde diese schwierige Operation erfolgreich durchgeführt. Ich hoffe, dass auch nach der Geburt alles gut wird."

'ES IST EINE PREMIERE'

Gesundheitsminister Fahrettin Koca erklärte in einem Beitrag auf seinem Social-Media-Account zu der erfolgreichen Operation: "Sowohl die Mutter als auch das Baby haben Glück. Die Operation wurde durchgeführt, ohne die Geburt abzuwarten. Der chirurgische Eingriff ist eine Premiere in unserem Land. Wir gratulieren unserem Team im Ausbildungs- und Forschungskrankenhaus Pendik."