Panorama-Umfrage für Mai veröffentlicht: Atatürkismus an der Spitze

Die Umfrageergebnisse zur IBB-Operation, die mit der Verhaftung des Präsidentschaftskandidaten und IBB-Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu begann, sorgen für Aufsehen. Die Öffentlichkeit bewertet diese Operationen mehrheitlich nicht als „juristischen Prozess“, sondern als „politischen Fall“.

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Mit der fünften operativen Welle am 31. Mai wurden mehr als 100 Personen verhaftet, darunter der Präsidentschaftskandidat und Bürgermeister der Stadt Istanbul, Ekrem İmamoğlu. Bei den bisherigen Operationen wurden insgesamt 11 CHP-Bürgermeister ins Gefängnis geschickt.

Im Rahmen der jüngsten Operation wurden Haftbefehle gegen 22 Personen erlassen, darunter die Bürgermeister von Avcılar, Büyükçekmece, Gaziosmanpaşa, Ceyhan und Seyhan.

Der Journalist Ertuğrul Özkök teilte die Ergebnisse der Mai-Umfrage von Panorama Araştırma.

Trotz der intensiven Propagandabemühungen der regierungsnahen Medien zeigt die Mai-Umfrage von Panorama Araştırma, dass die getroffenen Maßnahmen entgegen den Erwartungen in der Öffentlichkeit negativ aufgenommen wurden und im Gewissen der Bevölkerung keinen Rückhalt finden.

Die Bevölkerung spricht von einem „politischen Fall“

Eines der bemerkenswerten Ergebnisse der Umfrage betraf die Meinung der Bevölkerung zum Justizverfahren gegen IBB-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu. Im Mai stieg der Anteil derjenigen, die den Prozess als „politisch“ bewerten, um 1 Prozentpunkt auf 54 Prozent, während der Anteil derjenigen, die dies für einen „juristischen Prozess“ halten, um 1,5 Prozentpunkte auf 32 Prozent sank.

DAS VERTRAUEN IN DIE JUSTIZ SINKT

Der Umfrage zufolge hat auch das Vertrauen in Institutionen erheblich abgenommen. Das Vertrauen in die Justiz ist sogar hinter das Vertrauen in das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) zurückgefallen. Nur 2,7 von 10 Bürgern gaben an, der Justiz zu vertrauen.

Die Presse, die in der Rangliste des Vertrauens in Institutionen den letzten Platz belegt, genießt nur bei 1,5 von 10 Personen Vertrauen. Demgegenüber gibt es eine Justizinstitution, der die Bevölkerung vertraut: das Verfassungsgericht.

Die Umfrage legte zudem die Ansichten der Bevölkerung zu den Ursachen der Wirtschaftskrise offen. Die Bürger bewerten die Gründe für die schlechte wirtschaftliche Lage wie folgt:

33,9 Prozent: Die von der Regierung verfolgte Wirtschaftspolitik

28,9 Prozent: Die Operation gegen die IBB

22,9 Prozent: Entwicklungen in der Weltwirtschaft

ATATÜRKISMUS AN DER SPITZE

Auf die Frage „Mit welcher Identität definieren Sie sich?“ belegten diejenigen, die mit 31,7 Prozent angaben „Ich bin Atatürkist“, den ersten Platz, gefolgt von der Antwort „Ich bin Nationalist“ mit 22,7 Prozent.

Zusammenfassend zeigt die Panorama-Umfrage, dass die Eingriffe gegen die IBB von der Bevölkerung als politischer Schachzug wahrgenommen werden und die Regierung für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht wird.