Plädoyer im Prozess zum Anschlag am Bahnhof Ankara mit 101 Todesopfern verkündet

Nach der Aufhebung des Urteils durch den Kassationshof wurde im Prozess gegen 26 Angeklagte, darunter 10 Inhaftierte, wegen des Terroranschlags der IS-Terrororganisation vor dem Bahnhof Ankara am 10. Oktober 2015, bei dem 101 Menschen ums Leben kamen, das Plädoyer zur Sache verlesen.

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An der Verhandlung vor dem 4. Schwurgericht Ankara nahmen die inhaftierten Angeklagten per Video- und Audiosystem (SEGBİS) aus ihren jeweiligen Gefängnissen teil, während die Anwälte der Parteien im Gerichtssaal anwesend waren. Die Anwälte forderten eine Ausweitung der Beweisaufnahme und verlangten, dass die Unterlagen zu den Beamten, die vor dem Terroranschlag ihre Pflichten vernachlässigt haben sollen, vom Gericht bewertet werden.

VORWURF DER 'VERLETZUNG DER VERFASSUNGSMÄSSIGEN ORDNUNG'

Nach den Stellungnahmen gab der Staatsanwalt seine Einschätzung zur Sache ab und forderte für den Angeklagten Erman Ekici insgesamt 102-mal lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen, davon einmal wegen "Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung" und 101-mal wegen "vorsätzlicher Tötung von 101 Personen".

Der Staatsanwalt, der für Ekici zudem eine Freiheitsstrafe von bis zu 6.822 Jahren wegen versuchten vorsätzlichen Mordes an 379 Personen forderte, beantragte auch für die anderen Angeklagten Abdülmubtalip Demir, Talha Güneş, Metin Akaltın, Yakub Şahin, Hakan Şahin, Halil İbrahim Alçay, Resul Demir, Hacı Ali Durmaz und Hüseyin Tunç lebenslange Haft unter erschwerten Bedingungen wegen "vorsätzlicher Tötung".

AUF DEN 26. JUNI VERTAGT

Der Angeklagte Ekici ergriff das Wort und beantragte eine Frist zur Vorbereitung seiner Verteidigung. Das Gericht ordnete die Fortdauer der Untersuchungshaft für die inhaftierten Angeklagten an und vertagte die Verhandlung auf den 26. Juni.