Plan für Industrie-Abwanderung von Marmara nach Anatolien: 14 Provinzen rücken in den Fokus

Es wird behauptet, dass ein neuer Plan vorbereitet wurde, um Industrie und Bevölkerung aus der erdbebengefährdeten Marmara-Region in andere Städte zu verlagern. Es heißt, dass 14 Provinzen für Migration und Investitionen in den Vordergrund gerückt wurden und die Arbeiten zunächst bei Industrieanlagen beginnen sollen.

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In der Marmara-Region, insbesondere in und um Istanbul, sind aufgrund der Erdbebengefahr Forderungen laut geworden, die dort konzentrierte Bevölkerung und Industrie mittel- bis langfristig nach Anatolien zu verlagern. Mit diesem Projekt, das unter der Koordination des Ministeriums für Industrie und Technologie durchgeführt werden soll, wird angestrebt, die extreme Dichte in Marmara zu verringern und die industrielle Verteilung im ganzen Land auszugleichen.

Laut einem Bericht der regierungsnahen Zeitung Türkiye Gazetesi wird in diesem Rahmen behauptet, dass unter Berücksichtigung des Erdbebenrisikos neue Industriebecken in Zentralanatolien und im östlichen Mittelmeerraum geschaffen und bestehende Industrieinvestitionen in bestimmte Städte Anatoliens gelenkt werden sollen. Während bei der Studie Maßnahmen gegen ein mögliches Erdbeben im Vordergrund stehen, wurden die Zukunft der Industrieanlagen und der organisierten Industriezonen (OSB) erörtert. Die Risikosituation der 77 OSB in Marmara und der großen Industrieunternehmen wurde detailliert analysiert.

Es wurde berichtet, dass kritische Infrastrukturen, Transport- und Energieleitungen im Hinblick auf die Erdbebenresistenz ebenfalls Teil dieses Plans sind. Mit einem zu erstellenden Leitfaden soll geklärt werden, wo neue Industriegebiete errichtet werden und wie die bestehende Industrie verlagert werden soll.

Zu den vorliegenden Informationen gehört auch, dass die Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Kandilli-Observatorium und dem Erdbebenforschungsinstitut der Boğaziçi-Universität durchgeführt wird.

14 PROVINZEN IN ANATOLIEN RÜCKEN IN DEN FOKUS

Im neuen Migrationsplan wird behauptet, dass die Städte Kastamonu, Samsun, Ankara, Amasya, Eskişehir, Yozgat, Kırşehir, Nevşehir, Aksaray, Kayseri, Konya, Niğde, Karaman und Mersin in Anatolien an Bedeutung gewinnen werden. Als Grund für die Auswahl dieser Provinzen wird das relativ geringe Erdbebenrisiko genannt.

Während auf die aktuelle Dichte in Marmara hingewiesen wird, ist Bursa die Provinz mit den meisten OSB in der Türkei, und es wird betont, dass das Risikoniveau hoch ist, da sie auf einer aktiven Verwerfungslinie liegt. Andererseits wird darauf hingewiesen, dass Kocaeli, das die meisten großen Industrieunternehmen beherbergt, ebenfalls in einer Erdbebenzone ersten Grades liegt. Tekirdağ steht bei der OSB-Dichte an zweiter Stelle und trägt ein Erdbebenrisiko zweiten Grades.

Mit dieser geplanten Migrations- und Investitionsstrategie soll sowohl die Bevölkerung ausgewogener verteilt als auch die Industrieproduktion des Landes gegen Naturkatastrophen wie Erdbeben abgesichert werden.