Prozess gegen den Journalisten Can Tanrıyar und den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Muhammed Yakut fortgesetzt
Der Prozess gegen den Journalisten Hüseyin Can Tanrıyar, seine Ehefrau Tamar Tanrıyar und den flüchtigen Angeklagten Muhammed Yakut wegen des Vorwurfs der „versuchten Erpressung“ wurde fortgesetzt.
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Der Prozess gegen Can Tanrıyar, seine Ehefrau Tamar Tanrıyar und den international mit einer Red Notice gesuchten Muhammed Yakut, denen versuchte Erpressung vorgeworfen wird und denen jeweils bis zu 11 Jahre und 3 Monate Haft drohen, wurde fortgesetzt.
An der Verhandlung vor dem 38. Schwurgericht in Istanbul nahmen die nicht inhaftierten Angeklagten Hüseyin Can Tanrıyar und Tamar Tanrıyar sowie die Anwälte beider Seiten teil.
Die Anwälte der Klägerseite erklärten in der Verhandlung, dass die als Zeugen geladenen Personen nicht erschienen seien, da der Angeklagte Tanrıyar negative Berichte über sie veröffentlicht habe.
Can Tanrıyar wies darauf hin, dass die Anwälte der Klägerseite wegen des Sprichworts „Der dreiste Dieb beschuldigt den Hausbesitzer“, das er in der ersten Verhandlung verwendet hatte, Strafanzeige gegen ihn erstattet hätten.
„WIR HABEN ES MIT EINER BANDE ZU TUN“
Tanrıyar erklärte, dass der nicht erschienene Zeuge Cüneyt Sivri der Sicherheitschef des Klägers Metin Güneş sei, und behauptete, die Kläger wollten die Kontrolle über sein eigenes Unternehmen übernehmen. Tanrıyar äußerte: „Mein einziger Wunsch in diesem Prozess ist: Wir haben es mit einer Bande zu tun. Wenn nichts gegen sie unternommen wird, werden Sie keinen von ihnen mehr in der Türkei finden. Wir sollten eigentlich die Position der Kläger einnehmen.“
Die Angeklagte Tamar Tanrıyar erklärte ebenfalls, dass sie keine negativen Berichte über die Zeugen veröffentlicht hätten. Sie forderte, dass die Zeugen zwangsweise zur Verhandlung vorgeführt werden und das gegen sie bestehende Ausreiseverbot aufgehoben wird.
Das Gericht ordnete die zwangsweise Vorführung einiger Zeugen an und vertagte die Verhandlung.
AUS DER ANKLAGESCHRIFT
In der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift wird darauf hingewiesen, dass zwischen den Klägern Muhammed Abdulkadir Güneş und Metin Güneş sowie den Angeklagten eine Forderungsvereinbarung in Höhe von fast 7,5 Millionen Dollar bestand. Nachdem die Kläger auf ihre Forderungen verzichtet hatten, wurde gegen die Angeklagten ein Ermittlungsverfahren wegen „versuchter Erpressung durch mehrere Personen“ eingeleitet.
In der Anklageschrift wird dargelegt, dass Can Tanrıyar im Februar und März 2023 auf Anweisung von Yakut die Kläger sowie den Zeugen Fevzi Siverek und dessen Arbeitsplatz angerufen und Drohungen ausgesprochen habe. Zudem wird ausgeführt, dass der Angeklagte Yakut in den von ihm veröffentlichten Videos Beleidigungen und Drohungen gegen die Kläger geäußert habe.
In der Anklageschrift heißt es weiter, dass Yakut am 18. April 2023 durch die Veröffentlichung der Adressdaten des Klägers in England den Straftatbestand des „rechtswidrigen Erwerbs oder der Verbreitung personenbezogener Daten“ erfüllt habe.
Es wird zudem angeführt, dass der Angeklagte Yakut die drohenden Videos, die er gegen Metin Güneş gerichtet hatte, per Mobiltelefon an den Kläger Muhammed Abdulkadir Güneş gesendet habe und dass diesbezüglich gesonderte Ermittlungen gegen die Angeklagten geführt würden.
In der Anklageschrift wird festgehalten, dass gegen den Angeklagten Yakut, der am 6. Juni 2023 ins Ausland geflohen ist, ein Haftbefehl wegen „versuchter Erpressung durch mehrere Personen“ und „rechtswidrigen Erwerbs oder der Verbreitung personenbezogener Daten“ vorliegt, er international mit einer Red Notice gesucht wird und ein Auslieferungsersuchen an Deutschland, wo er sich vermutlich aufhält, gestellt wurde.
Während in der Anklageschrift für die Angeklagten Muhammed Yakut, Hüseyin Can Tanrıyar und Tamar Tanrıyar eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten bis zu 11 Jahren und 3 Monaten wegen „versuchter Erpressung durch mehrere Personen“ gefordert wird,
wird zudem darauf hingewiesen, dass das Verfahren gegen Anılcan Tanrıyar und Muhammed Nur Ensari wegen der Vorwürfe „Zielscheibe von Personen, die im Kampf gegen den Terrorismus tätig sind“, „versuchte Erpressung durch mehrere Personen“, „rechtswidriger Erwerb oder Verbreitung personenbezogener Daten“ sowie „Bedrohung“ eingestellt wurde.