Radar-Proteste bremsen AKP aus: Werden Verkehrsbußgelder verschoben?

Der Gesetzentwurf zum Straßenverkehrsgesetz, der Erhöhungen von bis zu 220 Prozent vorsieht, wurde aufgrund von Protesten gegen Radarkontrollen und öffentlichem Druck verschoben. Die Regierung wartet nun auf einen Bericht des Verkehrsministeriums zu Geschwindigkeitsbegrenzungen und Radarstandorten, bevor das Thema im neuen Legislaturjahr erneut aufgegriffen wird.

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Der Gesetzentwurf, der Erhöhungen der Verkehrsbußgelder um bis zu 220 Prozent vorsieht, sollte nach seiner Annahme im Justizausschuss des Parlaments im Sommer auf die Tagesordnung der Generalversammlung kommen. Doch die heftigen Reaktionen der Bürger, insbesondere im Zusammenhang mit den intensiven Radarkontrollen während der Feiertage zum Opferfest, führten dazu, dass das Vorhaben auf Eis gelegt wurde.

RADAR-PROTESTE SPALTEN DIE AKP

Neben der wachsenden Kritik in der Öffentlichkeit äußerten auch einige hochrangige AKP-Funktionäre ihr Unbehagen über die Radarpraxis. Dass Autofahrer in Regionen, in denen sich Geschwindigkeitsbegrenzungen plötzlich ändern, mit Bußgeldern belegt werden, wurde als „Falle“ bezeichnet. Die Ansicht, dass diese Praktiken das Vertrauen der Bürger untergraben, wurde auch in der Sitzung des zentralen Exekutivkomitees (MYK) der AKP thematisiert.

GESETZENTWURF AUF EIS GELEGT, BERICHT WIRD ERWARTET

Die AKP-Führung hat den Entwurf für die hohen Erhöhungen der Verkehrsbußgelder nicht vollständig aufgegeben. Es wurde jedoch erklärt, dass der Entwurf in diesem Legislaturjahr nicht mehr beraten werde und man den Abschluss eines technischen Berichts des Verkehrsministeriums abwarte. Parteikreisen zufolge soll der Entwurf im neuen Legislaturjahr wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden.

RADARGERÄTE UND VERKEHRSSCHILDER UNTER DER LUPE

Unter der Koordination des Verkehrsministeriums führen Autobahnmeistereien, Polizei und Gendarmerieeinheiten landesweit in der Türkei eine detaillierte Untersuchung durch. Themen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Platzierung von Verkehrsschildern und Radarstandorte werden überprüft. Da sich die Geschwindigkeitsbegrenzungen in einigen Regionen abrupt ändern, werden Autofahrer mit Bußgeldern belegt, was zu erheblichen Beschwerden führt. Das Ministerium zielt darauf ab, diese Probleme durch technische Anpassungen zu lösen.

„DAS PROBLEM LIEGT NICHT BEI DEN BUẞGELDERN, SONDERN BEI DER ANWENDUNG“

Nach Angaben aus AKP-Kreisen wird an der Höhe der Bußgelder selbst nichts geändert. Durch die Behebung technischer Mängel soll die Anwendung jedoch fairer und transparenter gestaltet werden. Parteistrategen kommentierten: „Menschenleben ist wichtiger als alles andere. Aber technische Fehler dürfen die Bürger nicht benachteiligen. Deshalb haben wir den Prozess etwas verlangsamt.“

30.000 LIRA BUẞGELD IN AUSSICHT

Dem Entwurf zufolge soll das Bußgeld für Fahrer, die die Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 50 Prozent überschreiten, von derzeit 9.267 TL auf 30.000 TL angehoben werden. Das Bußgeldsystem soll gestaffelt werden; Fahrer, die die Geschwindigkeitsbegrenzung nur geringfügig überschreiten, sollen niedrigere, diejenigen, die sie stark überschreiten, höhere Bußgelder erhalten. Damit soll erreicht werden, dass Verkehrsbußgelder individuell und verhältnismäßig gestaltet werden.