Razzia gegen Journalisten: Wohnungen bei Morgengrauen gestürmt

Bei Operationen, die heute in den frühen Morgenstunden in Istanbul durchgeführt wurden, sind im Rahmen einer in Artvin geführten Ermittlung vier Journalisten festgenommen worden. Zu den Festgenommenen zählen die Journalisten Semra Pelek, Dicle Baştürk, der Sendika.Org-Reporter Ozan Cırık sowie die für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätige Übersetzerin Melisa Efe.

12punto

Bei Operationen, die heute in den frühen Morgenstunden in Istanbul durchgeführt wurden, sind im Rahmen einer in Artvin geführten Ermittlung vier Journalisten festgenommen worden. Zu den Festgenommenen zählen die Journalisten Semra Pelek, Dicle Baştürk, der Sendika.Org-Reporter Ozan Cırık sowie die für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätige Übersetzerin Melisa Efe.

Die Media and Law Studies Association (MLSA) teilte mit, dass der Grund für die Festnahmen noch nicht geklärt sei, die Ermittlungen jedoch von der Generalstaatsanwaltschaft Artvin geleitet würden.

Die ersten drei Personen – Pelek, Baştürk und Cırık – wurden bei Polizeirazzien in ihren Wohnungen in Istanbul festgenommen. Alle drei wurden nach medizinischen Untersuchungen zur Gendarmeriestation Maslak gebracht; es wurde mitgeteilt, dass sie anschließend auf dem Landweg nach Artvin überstellt werden sollen.

Im Laufe des Tages wurde auch Melisa Efe, die für die in Deutschland ansässige Frankfurter Allgemeine Zeitung arbeitet und gegen die ein Haftbefehl vorlag, festgenommen. Damit stieg die Zahl der Festgenommenen auf vier.

In einer über soziale Medien veröffentlichten Erklärung der MLSA hieß es:

„Die Journalisten Semra Pelek, Dicle Baştürk und Ozan Cırık wurden im Rahmen einer in Artvin geführten Ermittlung bei Razzien in ihren Wohnungen in Istanbul festgenommen. Der Prozess wird in der Gendarmeriestation Maslak verfolgt.“

KEINE INFORMATIONEN ERTEILT

Während von den Behörden noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben wurde, sind Details zu den gegen die Journalisten erhobenen Vorwürfen nicht öffentlich gemacht worden. Die MLSA erklärte, dass ihre Anwälte den Festnahmeprozess verfolgen und die Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen informieren werden.

Rechteverteidiger im Bereich der Presse- und Meinungsfreiheit forderten, dass der Grund für die Festnahmen schnellstmöglich bekannt gegeben wird und journalistische Tätigkeiten nicht bestraft werden dürfen.