Razzia in Istanbul vor dem 1. Mai: Haftbefehle erlassen

Im Vorfeld der Demonstrationen zum Tag der Arbeit und der Solidarität am 1. Mai wurden bei Polizeieinsätzen in Istanbul zahlreiche Personen festgenommen, darunter Mitglieder verschiedener linker und sozialistischer Organisationen.

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In Istanbul führten Polizeieinheiten in den frühen Morgenstunden vor den Veranstaltungen zum Tag der Arbeit und der Solidarität am 1. Mai zeitgleich Razzien an zahlreichen Adressen durch. Es wurde berichtet, dass bei den Durchsuchungen insbesondere aktive Mitglieder verschiedener politischer Parteien und zivilgesellschaftlicher Plattformen ins Visier genommen wurden.

Unter den von den Sicherheitskräften festgenommenen Personen befinden sich laut Aufzeichnungen Mitglieder der Sozialistischen Partei der Unterdrückten (ESP), der Sozialistischen Solidaritätsplattform (SODAP), der Sozialistischen Partei der Neugründung (SYKP) sowie der Studierendensolidarität und der Studierendeninitiative. Die genannten Operationen wurden im Rahmen von Sicherheitsvorkehrungen vor den für den 1. Mai geplanten Aktionen durchgeführt.

REAKTION DER DEM-PARTEI AUF DIE RAZZIEN

Die DEM-Partei äußerte sich zu den Festnahmen. In der Erklärung hieß es: "Heute Morgen wurden bei Operationen gegen linke und sozialistische Kreise, darunter unsere Bündnisparteien ESP, SODAP und SYKP sowie die Studierendensolidarität, die Studierendeninitiative, Partizan, die Föderation Sozialistischer Räte und das Anwaltsbüro des Volkes (Halkın Hukuk Bürosu), zahlreiche unserer Freunde festgenommen."

Die DEM-Partei teilte zudem folgende Ansichten zu den Vorfällen mit:

"Wir akzeptieren solche Eingriffe, die darauf abzielen, den Raum für demokratische Politik einzuengen, nicht. Die erneute Anwendung von Druck- und Einschüchterungspolitiken, die bereits mehrfach versucht wurden und zu keinem Ergebnis führten, wird zu keinem anderen Resultat führen, als die gesellschaftlichen Spannungen zu vertiefen.

In einer Zeit wie dieser, in der der Prozess für Frieden und eine demokratische Gesellschaft andauert und demokratische Werte gestärkt werden sollten, ist das Beharren auf solchen Operationen inakzeptabel. Der Druck auf die Meinungsfreiheit und politische Aktivitäten schadet der Demokratie und erschwert den Aufbau des gesellschaftlichen Friedens. Der Weg zu einer echten Lösung führt nicht über Politik der Unterdrückung und Festnahmen, sondern über die Schaffung eines offenen, transparenten und inklusiven Dialogklimas. Angriffe und Eingriffe in die demokratische Politik müssen nun ein Ende finden."