Reaktion der Europäischen Kommission auf İmamoğlu: Treffen mit Hakan Fidan abgesagt
Marta Kos, Mitglied der Europäischen Kommission, hat aus Protest gegen die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu ihr geplantes Treffen mit Außenminister Hakan Fidan abgesagt.
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Das Europäische Parlament (EP) hielt im französischen Straßburg eine Plenarsitzung zum Thema „Demokratischer Druck in der Türkei und die Inhaftierung von Ekrem İmamoğlu“ ab.
Wie ANKA berichtet, gab Marta Kos, das für Erweiterung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, während der Sitzung bekannt, dass sie als Reaktion auf die Inhaftierung von İmamoğlu ihre Teilnahme am Antalya Diplomacy Forum sowie das geplante Treffen mit Außenminister Hakan Fidan abgesagt habe.
Kos ging auf die Beziehungen der Türkei zur Europäischen Union (EU) ein und betonte, dass der Beitrittsprozess des Landes die Einhaltung demokratischer Normen erfordere. Mit Blick auf İmamoğlu erklärte Kos, dass „der rechtliche Eingriff, während er sich darauf vorbereitete, Präsidentschaftskandidat zu werden, ernsthafte Fragen aufwirft“, und betonte, dass in Proteste nicht eingegriffen werden dürfe.
BETONUNG DER EU-TÜRKEI-BEZIEHUNGEN UND DER DEMOKRATIE
Unter Hinweis auf die Rolle der Türkei in der NATO und ihre geopolitische Bedeutung erklärte Kos, dass ein Abbruch der Beziehungen der EU zur Türkei für beide Seiten negative Folgen hätte. Sie betonte die strategische Partnerschaft und wies auf die Bedeutung der Aufrechterhaltung der gegenseitigen Zusammenarbeit hin.
AUCH KPK-TREFFEN ABGESAGT
Der Vorsitzende der EP-Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss (GPA) EU-Türkei, Emmanouil Kefalogiannis, erklärte, man könne zu den jüngsten Entwicklungen in der Türkei nicht schweigen, und kündigte die Absage des für den 14. und 15. April geplanten GPA-Treffens an.
Der Türkei-Berichterstatter des EP, Nacho Sanchez Amor, argumentierte, dass die Türkei im EU-Prozess eher Rückschritte als Fortschritte mache, und erinnerte daran, dass demokratische Kriterien eingehalten werden müssten. Amor drückte seine Unterstützung für die Entscheidung der Europäischen Kommission aus, nicht am Antalya Diplomacy Forum teilzunehmen.
Der niederländische Abgeordnete Malik Azmani von der liberalen Fraktion kritisierte die Untätigkeit der EU gegenüber den Entwicklungen in der Türkei, während der slowenische Abgeordnete Vladimir Prebilic von der Grünen-Fraktion betonte, dass ein klares Signal an die Türkei gesendet werden müsse.
EP HATTE BEREITS FRÜHER BESCHLUSS ZUR TÜRKEI GEFASST
Das Europäische Parlament hatte am 13. Februar 2025 in einer weiteren Sitzung in Straßburg einen Entschließungsantrag mit dem Titel „Abgesetzte und inhaftierte Bürgermeister in der Türkei“ angenommen. In diesem Beschluss wurde die Absetzung demokratisch gewählter Bürgermeister ohne rechtliche Grundlage verurteilt und darauf hingewiesen, dass auch Ekrem İmamoğlu mit ähnlichem Druck konfrontiert sei. Zudem wurde dazu aufgerufen, die Praxis der Zwangsverwaltung (Kayyum) zu beenden und Justizreformen im Einklang mit den Empfehlungen des Europarates und der Venedig-Kommission durchzuführen.