Reaktion der Familien auf das Sachverständigengutachten zur Brandkatastrophe in Gayrettepe: „Das ist ein juristischer Vorwand“
Vor der 14. Anhörung im Prozess um den Nachtclubbrand in Istanbul-Gayrettepe, bei dem 29 Arbeiter ums Leben kamen, protestierten die Familien vor dem Justizgebäude gegen das jüngste Sachverständigengutachten. Die Familien erklärten, der Bericht schütze die wahren Verantwortlichen und sei lediglich ein „Vorwand, um Amtsträger reinzuwaschen“.
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Der Rechtsstreit um die Brandkatastrophe, die sich am 2. April 2024 während Renovierungsarbeiten im Nachtclub „Masquerade“ im Istanbuler Stadtteil Beşiktaş (Gayrettepe) ereignete und 29 Arbeitern das Leben kostete, geht weiter. Vor dem Justizpalast in Çağlayan versammelten sich betroffene Familien, Anwälte und unterstützende Nichtregierungsorganisationen, um auf die Widersprüche im Sachverständigengutachten hinzuweisen, das den Verlauf des Verfahrens maßgeblich beeinflussen könnte.
„WIR AKZEPTIEREN DIESEN BERICHT NICHT, DER DIE VERANTWORTUNG NUR AUF DIE BETREIBER ABWÄLZT UND DIE KONTROLLMECHANISMEN REINWASCHEN WILL“
Die Angehörigen der Verstorbenen, die die Presseerklärung verlasen, argumentierten, dass das von der Sachverständigenkommission erstellte Gutachten die Kontrollversäumnisse der Gemeinde und der zuständigen Ministerien ignoriere. In der Erklärung wurde betont, dass die Einstufung der massiven, ohne Lizenz und Sicherheitsvorkehrungen durchgeführten Renovierungsarbeiten im Untergeschoss eines 16-stöckigen Gebäudes als „einfacher Betriebsfehler“ das Vertrauen in die Justiz erschüttere. Die Familien äußerten Zweifel an der Unparteilichkeit der Unterzeichner des Berichts.
DIESES SACHVERSTÄNDIGENGUTACHTEN IST EIN JURISTISCHER VORWAND ZUM SCHUTZ DER WAHREN TÄTER
In den Reden vor der Anhörung wurde zum Ausdruck gebracht, dass Gerechtigkeit nicht allein durch die Verurteilung einiger weniger inhaftierter Betreiber erreicht werden könne, sondern dass alle Amtsträger, die eine Kette von Versäumnissen bei der Katastrophe zu verantworten hätten, vor Gericht gestellt werden müssten. Die Familien, die erklärten: „Der Preis für 29 Menschenleben darf nicht so billig sein“, forderten das Gericht auf, das Sachverständigengutachten in dieser Form nicht anzuerkennen. Die Familien kündigten an, ihre „Gerechtigkeitswache“ und ihren Rechtskampf fortzusetzen, bis die wahren Verantwortlichen vor Gericht stehen, und begaben sich anschließend in den Gerichtssaal.