Restaurierung oder Abriss? Die historische Cevher-Ağa-Moschee wurde dem Erdboden gleichgemacht!
Die historische Moschee, eines der Wahrzeichen von Ümraniye, die von Cevher Ağa, dem Harem-Ağa von Sultan Abdülhamid II., erbaut wurde, wurde im Rahmen von Arbeiten, die unter dem Namen „Restaurierung“ durchgeführt wurden, vollständig abgerissen. Das Projekt, von dem behauptet wird, es werde „originalgetreu“ umgesetzt, steht im Zentrum der Kritik, da es sich eher in eine moderne Baumaßnahme als in den Schutz eines historischen Erbes verwandelt hat.
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Ein weiteres bedeutendes historisches Erbe Istanbuls wurde zum Opfer einer „Erneuerung“. Die Cevher-Ağa-Moschee, die sich an der Alemdağ-Straße in Ümraniye befindet und eines der Werke aus der späten osmanischen Zeit ist, wurde nach Beginn der Arbeiten durch die Stadtverwaltung von Ümraniye mit Baumaschinen dem Erdboden gleichgemacht. Dass das Grundprinzip der Restaurierung, nämlich „den Bestand zu bewahren und zu verbessern“, missachtet und das Bauwerk vollständig beseitigt wurde, stellt das Geschichtsbewusstsein der Denkmalschutzbehörden und der Stadtverwaltung in Frage.
STADTVERWALTUNG VERTEIDIGT SICH MIT „KAPAZITÄTSERWEITERUNG“
Nach den heftigen Reaktionen veröffentlichte die Stadtverwaltung von Ümraniye eine Stellungnahme. Die Stadtverwaltung, die den Abriss als einen Prozess der „Wiederbelebung“ bezeichnete, kündigte an, dass anstelle der Moschee ein neues Gebäude errichtet werde, das den modernen Anforderungen gerecht werde. In dem auf der offiziellen Website der Stadtverwaltung veröffentlichten Text hieß es:
„Die historische Cevherağa-Moschee, eines der Wahrzeichen von Ümraniye, erwacht durch originalgetreue Restaurierungsarbeiten zu neuem Leben. Wenn die Moschee, deren Kapazität erhöht wird, deren historische Textur bewahrt bleibt und die durch eine Bibliothek und Lesesäle ergänzt wird, fertiggestellt ist, wird sie zu einem vielseitigen Zentrum werden, das dem hohen Aufkommen an der Alemdağ-Straße gerecht wird.“
WIE KANN EINE HISTORISCHE TEXTUR DURCH „ABRISS“ BEWAHRT WERDEN?
Der Ausdruck „deren historische Textur bewahrt bleibt“ in der Erklärung der Stadtverwaltung wurde als ein Beispiel für pure Ironie empfunden. Experten und Geschichtsliebhaber weisen darauf hin, dass eine „Kopie“ aus Stahlbeton, die nach dem vollständigen Abriss eines Gebäudes errichtet wird, nicht den Status eines historischen Denkmals tragen kann.
Problem des eingetragenen Denkmals: Dass selbst die Mauern eines eingetragenen Bauwerks ohne Schutz abgerissen wurden, wird als ein gegen das Denkmalschutzrecht verstoßendes „Wiederaufbauprojekt“ (Rekonstruktion) kritisiert.
Funktionspriorität: Während das Ziel verfolgt wird, die Moschee durch soziale Einrichtungen wie eine Bibliothek und einen Lesesaal zu vergrößern, stößt die Opferung des eigentlichen Wertes, nämlich der „historischen gelebten Erfahrung“, in der Öffentlichkeit auf Empörung.
„MODERNE MOSCHEEN KANN MAN ÜBERALL BAUEN, DIE GESCHICHTE KOMMT NICHT ZURÜCK“
Die Stimmen, die in den sozialen Medien und unter der lokalen Bevölkerung laut werden, vereinen sich in einem Punkt: „Wenn Bedarf besteht, baut eine neue Moschee daneben, warum reißt ihr eine jahrhundertealte Moschee ab?“ Die Zerstörung eines historischen Denkmals unter dem Vorwand der „Kapazitätserweiterung“, um dem Andrang an der Alemdağ-Straße gerecht zu werden, hat einmal mehr gezeigt, wie problematisch das Verständnis von Restaurierung in der Türkei ist. Das Erbe von Cevher Ağa wird nun nicht mehr als historisches Denkmal, sondern als „originalgetreue“ Kopie eines modernen Bauprojekts in Erinnerung bleiben.