Interessante Aussage von RTÜK-Chef Şahin: 'Programme mit Strafen werden häufiger geschaut'

RTÜK-Präsident Ebubekir Şahin erklärte in Bezug auf gewalthaltige Sendungen, dass Strafen keine Lösung seien. Er sagte: "Die Programme, die wir bestrafen, werden noch häufiger geschaut, daher ist ein neuer Ansatz erforderlich."

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RTÜK-Präsident Ebubekir Şahin äußerte sich zu gewalthaltigen Fernsehsendungen und betonte, dass das Problem nicht durch Strafen gelöst werden könne. 

Wie die Zeitung Türkiye berichtet, sprach Şahin auf der vom Ministerium für Familie und Sozialdienste organisierten Tagung zum Thema "Prävention von Gewalt gegen Frauen durch die transformative Kraft von Kultur, Kunst und Medien".

ICH GELTE ALS DER STRAFVERTEILENDE PRÄSIDENT 

Şahin begann seine Rede mit den Worten: "Ich spreche hier nicht als RTÜK-Präsident, sondern als Vater von zwei Kindern", wandte sich an die Medienmanager und erklärte:

"Zunächst einmal lade ich alle Medienmanager dazu ein, Empathie zu zeigen. Bitte lassen Sie sich nicht länger von der Gier nach Einschaltquoten leiten. Ständige Gewalt in Tagesprogrammen, ständige Gewalt in Nachrichtensendungen... Wir alle tragen gesellschaftlich Verantwortung. Es ist nicht richtig, zu Zeiten, in denen Kinder vor dem Bildschirm sitzen, so viele gewalthaltige Inhalte ungefiltert zu zeigen."

'SIE WERDEN HÄUFIGER GESCHAUT'

Während Şahin betonte, dass die Verhängung von Strafen gegen gewalthaltige Sendungen keine Lösung sei, stellte er fest, dass diese Programme im Gegenteil sogar noch häufiger geschaut würden. Şahin hielt dazu fest: 

"Ich gelte mittlerweile als der strafverteilende Präsident, und ich möchte das nicht mehr nur mit Strafen lösen. Wir verhängen Strafen, aber die bestraften Programme werden noch mehr geschaut. Bitte achten Sie als Medienmanager darauf. Ignorieren Sie nicht die gesellschaftliche Verantwortung um der Einschaltquoten willen. Bei Bedarf können die Quotenlisten angepasst werden. Wir müssen diesbezüglich mit den zuständigen Institutionen und unserem geschätzten Minister sprechen."

RTÜK-Präsident Şahin wies darauf hin, dass zur Verhinderung gewalthaltiger Sendungen eine Gesetzesänderung erforderlich sei, und fuhr fort:

"Wir bekennen uns zu diesen Prinzipien, aber bitte bekennen Sie sich nun auch dazu. Strafen sind keine Lösung; an diesem Punkt müssen wir alle an einem Strang ziehen. Mit einem kleinen Gesetzesentwurf ließe sich das Problem der gewaltverherrlichenden Sendungen vollständig lösen. Ist es das, was gewünscht ist, Freunde?"

Şahins Äußerungen haben die Debatte über die Kontrolle gewalthaltiger Inhalte in den Medien erneut entfacht. Der Appell des RTÜK-Präsidenten zielt darauf ab, Medienmanager dazu zu bewegen, gegen den Druck der Einschaltquoten vorzugehen.