Scharfe Kritik von Fatih Altaylı an der Festnahme von Cem Köksal: „Müssen wir religiös sein?“

Der CEO der Zorlu Holding, Cem Köksal, wurde festgenommen, weil er seinen Mitarbeitern eine E-Mail geschickt haben soll, in der er dazu aufforderte, den Ramadan nicht zu feiern. Während die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul ein Ermittlungsverfahren gegen Köksal wegen der Behinderung der Religionsfreiheit einleitete, kritisierte der Journalist Fatih Altaylı diesen Vorgang und erklärte, er halte es für nicht angemessen, interne Unternehmensangelegenheiten derart aufzublähen.

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Der CEO der Zorlu Holding, Cem Köksal, der wegen einer E-Mail an seine Mitarbeiter, in der er dazu aufforderte, den Ramadan nicht zu feiern, festgenommen worden war, wurde am Vortag unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul hatte von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Köksal wegen des Vorwurfs der „Verhinderung der Ausübung der Glaubens-, Gedanken- und Überzeugungsfreiheit“ eingeleitet. Im Rahmen dieses Verfahrens war Köksal festgenommen worden.

Der Journalist Fatih Altaylı äußerte sich zu der Festnahme von Cem Köksal aufgrund der internen Unternehmens-E-Mail. Auf seinem YouTube-Kanal fragte Altaylı: „Wird es bald eine solche Regel geben? Werden Sie Ermittlungen gegen diejenigen einleiten, die freitags keinen Tweet oder keine Nachricht mit dem Inhalt ‚Gesegneten Freitag‘ an mindestens 2-3 Personen senden?“

Ein prägnanter Ausschnitt aus Altaylıs Äußerungen lautet wie folgt:

„Ich finde das Handeln des Zorlu-CEOs nicht richtig. Ich finde es aus folgendem Grund nicht richtig: Warum schickst du eine E-Mail? Wenn es etwas bezüglich der Unternehmensregeln gibt, ruf an und sag es. Wenn man das schriftlich verschickt, muss man als CEO bedenken, dass es in die Hände böswilliger Leute gelangen und eine absurde Kampagne gegen einen selbst gestartet werden könnte, aber dass es so weit kommen würde, hätte wohl niemand gedacht. Was geht euch das an? Das ist eine interne Angelegenheit der Firma. Müssen wir religiös sein? Noch schlimmer: religiös erscheinen, eine religiöse Pose einnehmen... Bald wird diese Regel kommen; freitags einen Tweet oder eine Nachricht mit ‚Gesegneten Freitag‘ an mindestens 2-3 Personen senden. Werden Sie Ermittlungen gegen diejenigen einleiten, die das nicht tun?“